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Die Weihnachtsfeiertage

Mein iPhone hat sich gut an die kalten Temperaturen gewöhnt. Bei Zimmertemperatur war es ihm dann zu warm.
Mein iPhone hat sich gut an die kalten Temperaturen gewöhnt. Bei Zimmertemperatur war es ihm dann zu warm.

Den ersten Weihnachtsfeiertag nutzen wir für eine kleine Wanderung auf den Sovintovaara, einen Hügel direkt oberhalb unserer Unterkunft. Oben gab es neben einem alten Panzer und einem Geschütz, ein kleines Museum sowie ein Café. Leider war beides schon seit Ende September geschlossen, und schlummerte unter einer tiefen Schneedecke.

Abends freuten wir uns auf ein leckeres Essen im Pubi in Ivalo. Leider war die Küche dort jedoch geschlossen, so dass wir notgedrungen auf unserem Zimmer auf Tassensuppe ausweichen mussten. Wir überwachten den Himmel mit der Aurora-Live-Cam, und wurden wieder belohnt. Inzwischen hatten wir uns besser mit der Kamera vertraut gemacht und die meisten Bilder wurden unverwackelt. (Einige verwackelte Bilder gab es, da sich ein Teil vom Stativ sich etwas gelöst hatte. Bei -28 Grad und Dunkelheit war das jedoch nicht zu beheben.)

Am 26. fuhren wir nach dem Frühstück nach Inari und besuchten das Samenmuseum (Siida). Dort gab es neben mehreren Ausstellungen (Fotos, Kunsthandwerk, Naturkunde) auch einen sehr schönen Film über Polarlichter zu sehen. Wir verbrachten viele Stunden dort, so dass es schon dunkel wurde, als wir das Museum verließen. Draußen begrüßte uns der Mond, den wir schon einige Zeit nicht mehr gesehen hatten. Endlich hatten wir auch mehr Glück beim Pubi in Ivalo und füllten unsere Mägen mit einem Big Boy Burger bzw. Nudeln.

Zum Abschluss unserer schönen Zeit in Lappland wurden wir nachts  von tollen Polarlichtern verabschiedet. Diesmal passte alles mit dem Fotoequipment, so dass viele gute Fotos entstanden. Entweder Polarlicht zu sehen ist nicht schwer, oder wir hatten während unseres Aufenthalts sehr viel Glück. Von 6 Nächten gab es 5 mit Aurora Borealis (die erste davon hatten wir ja leider verpennt).

Am nächsten Tag brachen wir früh auf in Richtung Flughafen. Wir trafen dort um Punkt 08:00 Uhr ein, und eine Frau schloss den Flughafen für uns auf. Drinnen waren wir die ersten am Schalter und bei der Sicherheitskontrolle. Das kann einem in Frankfurt wohl nicht so leicht passieren. 🙂

In Helsinki angekommen nahmen wir erst den Bus zum Hauptbahnhof und liefen von dort zu unserer Unterkunft. Ziemlich verschwitzt kamen wir dort an. Irgendwie warm hier in Südfinnland (-4° C statt -28° C)!

Hyvää Joulua

Heilig Abend fuhren wir vormittags auf den Berg (eher ein Hügel – Finnland ist ziemlich flach) Kaunispää in der Nähe von Saariselkä. Hier genossen wir kurz den wundervollen Ausblick und machten viele Fotos. Um 11:55 wurde dort oben dann der Weihnachtsfrieden verkündet. Auf Grund des eisigen Windes blieben wir nicht allzu lange und beschlossen, noch ein paar Fotos im Tal zu machen. Dann ging es zurück nach Ivalo in unsere Unterkunft.

Den Nachmittag verbrachten wir gemütlich in unserer Hütte. Um 18:00 Uhr begann dann das Weihnachtsbuffet in unserer Ferienanlage. Als Vorspeise gab es verschiedene Fischvariationen, geräuchertes Rentierfleisch und Salate. Als wir uns von den Hauptgerichten (Kartoffel-, Möhren- und Steckrübenpüree, Weihnachtsschinken, Fleischbällchen, u.v.m.) genommen hatten, stürmte ein sehr aufgeregter Mann in den Speisesaal: Draußen gab es Polarlichter zu sehen! Wir ließen unser Essen stehen, eilten hinaus und genossen das mehrere Minuten lange, sehr intensive Schauspiel. Als wir zurückkamen, war unser Essen schon kalt. Nach dem Nachtisch (Kuchen und Joulutorttu) gingen wir zu unserer Mini-Bescherung auf unser Zimmer. Nebenbei beobachteten wir die neu entdeckten Polarlicht-Live-Cams.

Schon nach kurzer Zeit sahen wir starke Aktivität, packten uns warm ein und eilten mit dem Kamera-Equipment auf den See. Leider hatte ich mittags wohl den Fernauslöser für die Kamera verloren, und wir wussten nicht, wie man bei unserer Kamera mit Selbstauslöser Langzeitbelichtungen macht. So wurden die meisten Bilder sehr verwackelt. 🙁

Aurora Borealis

Nach der großartigen Husky-Safari stand heute eine Rentier-Safari auf dem Programm. Vorher deckten wir uns allerdings im überfüllten Supermarkt mit Proviant (vor allem Kekse!) für die kommenden Feiertage ein. Um 13:00 Uhr starteten wir dann gemütlich mit dem Auto in Richtung Saariselkä, einem Ferienort ca. 40km südlich von Ivalo. Zwischen 10:00 Uhr und 14:00 Uhr ist es hell, und so fuhren wir einer wunderschönen Dämmerung entgegen.

In Saariselkä parkten wir vor dem Holiday Club, direkt neben dem Angry Birds Activity Park. Im Büro des Veranstalters erhielten wir wie gewohnt warme Kleidung (leider nicht ganz so warm wie am Vortag). Dann ging es mit dem Bus weiter zur Rentier-Farm. Hier warteten schon Rentiere mit Schlitten geduldig auf uns. Je zwei Personen fanden in einem Schlitten (gezogen von je einem Rentier) Platz. Ohne Einweisung ging es direkt in atemberaubendem einschläferndem Tempo (ca. 4km/h) los. Unserem Rentier war das zu langsam, und so ging es zeitweise neben dem Vorderschlitten.

Nach einiger Zeit erreichten wir eine Lagerstätte, wo Timo, unser samischer Guide, uns in die hohen Künste des Feuermachens einweihte (Benutze Feuerzeug mit Holz). Timo setzte Tee und Kaffee auf, bevor er eine gefühlte Ewigkeit zum Telefonieren in den Wald verschwand. Zwischendurch kam er mal wieder um die Rentiere, welche sich von ihrem Platz fortbewegt hatten, und halb im Schlitten standen fluchend und tretend an ihren Platz zu scheuchen. Nach Telefonat und Tee, der nicht viel gegen die eisige Kälte (-27 Grad) half, ging es im Rentierschlitten zurück. Wir entschieden uns zu laufen, um wieder etwas aufzutauen.

Auf der Farm gab es lauwarme Lachs-Suppe, Tee, Kaffee und einen Nachtisch für uns. Timos Frau, die etwas gesprächiger war, erzählte vom Leben als Rentierzüchter heute und früher. Anschließend ging es wieder mit dem Bus zurück. Fazit: Die teuerste Suppe unseres Lebens.

In Saariselkä gingen wir ins Kuukkeli Shopping Center und deckten uns mit Sturmmasken gegen die Kälte ein. Dann fuhren wir zurück zu unserer Unterkunft, um noch etwas Kraft uns Wärme für die Nacht zu tanken, denn dort wollten wir endlich Polarlicht sehen.

Gesagt, getan: Um ca. 21:15 Uhr machten wir uns auf zur Paatsjoki-Brücke östlich des Dorfes Nellim, in Sichtweite der russischen Grenze. Dieser Ort wurde uns für Polarlichtbeobachtungen empfohlen. Die Entfernung betrug zwar nur 62km, aber aufgrund der schlechten Straßenverhältnisse fühlte sich die Fahrt wie eine halbe Ewigkeit an.

An der Brücke herrschte schon reger Betrieb. Es warteten schon einige Autos und ein Reisebus dort. Gleich nach unserer Ankunft rannte ein aufgeregter Tourist zu uns und meinte, dass es schon Aktivität gegeben habe. Zu unserer Ankunftszeit sah man aber nur einen ganz schwachen Streifen, den wir nicht wirklich als Polarlicht deuten konnten. Wir übten ein wenig mit den Kamereinstellungen und warteten. Gerade als die meisten anderen, unter anderem auch der Bus, fortfuhren, begann am Himmel ein richtiges Spektakel: Über uns leuchtete es grün und rot und veränderte ständig seine Form. Es war einfach wunderschön und man kann dieses Phänomen gar nicht wirklich in Worte fassen.

Glücklich und zufrieden (auch darüber, dass wir ein paar schöne Bilder machen konnten) machten wir uns auf den Heimweg. Während der Fahrt beobachteten wir immer wieder den Himmel und konnten nach einiger Zeit wieder grünes Leuchten entdecken. Am nächsten Parkplatz hielten wir dann an und sprangen mit Kamera und Stativ aus dem Auto. Das erwies sich als goldrichtig, denn nun tauchte überall um uns herum Polarlicht auf.  Kurze Zeit später kam auch der Bus von der Brücke angerast und wir waren nicht mehr die einzigen Fotografen. Als die Erscheinungen wieder schwächer wurden konnten wir uns endlich losreißen, fuhren heim und fielen durchgefroren und mit tauben Zehen, aber glücklich in unser Bett.

Unterwegs auf dem Hundeschlitten

Heute stand eine Husky-Safari auf unserem Programm. Nachdem wir uns im Guesthouse Husky mit richtig warmer Winterkleidung eingedeckt hatten, bekamen wir eine kurze Einweisung in das Schlittenfahren (Schön in das Kurveninnere lehnen, Abstand halten, mit dem ganzen Körpergewicht oder notfalls zusätzlich mit dem Gewicht von Schlitten und Passagier bremsen – und am wichtigsten: gut festhalten!).

Dann bekamen jedes Zweierteam ein Hundegespann zugewiesen. Die Hunde warteten schon ungeduldig auf uns, und sprangen energiegeladen in die Luft aus Vorfreude. Unter lautem Hundegebell (insgesamt gibt es dort über 140 Huskys) ging es los. Unsere sechs Vierbeiner waren leider nicht so gut eingespielt, weshalb uns die anderen Schlitten – trotz fleißiger Mithilfe durch Anschieben – immer wieder abhängten. Auch der Tausch eines Hundes half nicht, so dass wir zusätzlich einen siebten Husky vor den Schlitten gespannt bekamen.

Mit dem siebten Hund am Schlitten war es schwierig, nicht fremdbestimmt loszusausen. Die Hunde haben wirklich erstaunlich viel Kraft, und wenn man von der Bremse steigt gibt es erstmal ordentlich Vortrieb. Es ging durch Wälder, Wiesen und über zugefrorene Seen, bis wir nach 2-3 Stunden ein großes Zelt erreichten, in dem schon ein wärmendes Feuer brannte. Juri, unser finnischer Guide mit russischem Akzent, kochte uns darauf Kaffee, Tee und sehr leckere Suppe mit Gemüse, Sahne und Lachs.

Nach dieser wärmenden Pause ging es in der schon einsetzenden Dämmerung zurück zur Husky-Farm. Auf dem Rückweg merkte man den Hunden die Anstrengung dann schon ganz schön an, und wir mussten alle viel anschieben. Da wir auf direktem Wege fuhren, kamen wir schon nach 35 Minuten wieder am Guesthouse Husky an. Dort verabschiedeten wir uns von den Hunden und Juri, pellten uns aus den dicken Overalls und machten uns auf den Heimweg.

Zu Hause angekommen, wärmten wir uns auf, schauten in die Polarlicht-Vorhersage und ärgerten uns schrecklich, dass wir gestern so früh schlafen gegangen sind. Wie uns erzählt wurde, hatten sich nachts die Wolken verzogen und die Polarlichter waren wegen sehr starker Sonnenaktivität wunderbar zu sehen. Auch heute war der Himmel zuerst sternenklar, doch als wir mit dem Stativ auf dem zugefrorenen Inari-See standen, zogen immer mehr Wolken auf (die Polarlicht-Vorhersage war aber sowieso nicht so vielversprechend).

Auf nach Lappland!

Samstag Abend ging unsere Reise nach Finnland los. Unser erster Flug führte uns nach Helsinki, wo wir eine Nacht im Hilton Airport Hotel blieben, bevor es Sonntag vormittag nach Ivalo ging (mit Zwischenlandung in  Kittilä).

Am Flughafen in Ivalo wurden wir gleich von ausgestopften Rentieren und Mardern begrüßt. Mit dem Leihwagen ging es dann erst zum Supermarkt, wo wir erste Vorräte besorgten. Danach fuhren wir zu unserer Unterkunft, wo wir sehr herzlich und in sehr gutem Deutsch empfangen wurden. Wir bezogen unser Blockhüttenzimmer mit Blick in den verschneiten Wald.

Nach einem kurzen Nickerchen (praktischerweise war es schon/noch dunkel :-)) führte uns ein kurzer Erkundungsspaziergang zum See Inari. Anschließend fuhren wir zum Abendessen nach Ivalo zum Pubi, dem nach eigener Angabe „BEST BAR & GRILL IN TOWN!“. Könnte auch daran liegen, dass es das einzige Bar & Grill dort ist. 😉

 



Das Ende ist nahe

Samstag ist Abreisetag auf den Metaldays. Nachdem wir unsere Sachen gepackt und gefrühstückt haben, fahren wir mittags nach Most na Soči zu unserer Unterkunft für die nächsten paar Tage. Dort angekommen, fallen wir nach ausgiebigem Duschen ins Bett und schlafen uns erstmal richtig aus.

Sonntag ist Regenwetter angesagt, weshalb wir beschließen einen spontanen Ausflug ins 2 Autostunden entfernte Venedig zu machen. Wir parken auf dem Festland in Mestre im heruntergekommenen Bahnhofsviertel (das Gallusviertel in Frankfurt wirkt im Vergleich direkt luxuriös, schick und nobel) und fahren mit dem Zug nach Venedig. Zu Fuß erkunden wir die vollkommen mit Touristen überflutete Stadt und machen viele Fotos. Zurück zum Bahnhof geht es mit dem Wasserbus (laufen wäre schneller und billiger gewesen…). Von dort mit der Bahn nach Mestre, und weiter mit dem Auto zurück nach Slowenien.

Auch Montag ist wieder wechselhaftes Wetter angesagt, weshalb wir von einer längeren Wanderung absehen. Wir spazieren nach Most na Soči, und dort um den Stausee bis zur Haltestelle des Touristenboots Lucia. Für 6€ pro Person machen wir uns an Bord, und geniessen die zweistündige Fahrt (zuerst nach Süden zur Staumauer, dann nach Norden nach Tolmin) bei einem deftigen Mittagessen. In Tolmin sehen wir am Ufer noch die Zelte der Beach Bar, die wohl noch für das bald anstehende, nächste Festival gebraucht wird.

Unseren letzten Abend in Slowenien nutzen wir für letzte Einkäufe und um die fehlenden Beiträge für diesen Blog nachzuholen.

Morgen geht es dann, wieder mit einer Übernachtung in München, nach Hause.

Das Wandern ist des Müllers Last

Mittwoch war Hang-over angesagt, und den sonnenreichen Vor- und Nachmittag nutzte ich für Bootstouren auf der Soča. Abends nahmen wir unsere Picknickdecke mit zur Hauptbühne, und schauten uns Saltatio Mortis und Amorphis an. Den Auftritt von Volbeat verfolgten wir dann, bis zum Abbruch wegen Stimmproblemen des Sängers, von unserem Zelt aus.

Donnerstag machten wir uns auf eine Wanderung auf den 1053 Meter hohen Vodel. Da Tolmin nur 200 Meter über dem Meeresspiegel liegt, hatten wir 853 Höhenmeter zu bewältigen. Durch das Nachbardorf Zatolmin, ging es in auf einem breiten Waldweg den Berg hinauf, bis zu den vielen Kuh- und Schafweiden auf dem Gipfel. Oben angekommen, machten wir eine lange Rast und viele Fotos. Leider wurden unsere Wasservorräte hier schon knapp. Nach einem zügigen Abstieg in 90 Minuten, waren wir froh, als wir in Zatolmin an einem Brunnen ankamen, und unseren Durst stillen konnten. Nach einer Trinkpause ging es zurück nach Tolmin zu unserem Zelt. Abends dann kam das Festival-Highlight für uns: Der Auftritt von Moonsorrow, bei dem wir unsere letzten Kraftreserven aufbrauchten, bevor wir erschöpft von der vielen Bewegung ins Bett fielen.

Auch am Freitag war Wandern angesagt. Wir fuhren mit dem Taxi 8 km zum Parkplatz der Kirche Javorca. Nach 15 Minuten Aufstieg zur Kirche, machten wir oben viele Fotos, und erfuhren viel Interessantes über die Geschichte der Kirche und der Umgebung von einem Tourist-Guide. (Z. B. haben während des ersten Weltkriegs Rommels und Mussolini in der Gegend gekämpft.)

Nach der Kirche stand der Rundweg zur Tolminka-Quelle – inkl. Überquerung der Soča mit einer Handseilbahn – auf dem Programm. Die Tolminka-Quelle liegt direkt neben einer Hütte auf einer wunderschönen Alm. Wohl der schönste Ort, den ich bislang gesehen habe. Leider war ab dort der Rundweg nicht mehr richtig ausgeschildert, es fing an zu regnen, und wegen der schlechten/falschen Beschilderung liefen wir, auf der Suche nach dem richtigen Weg, eine gefühlte Ewigkeit im Kreis um die Alm. Dann gaben wir auf, und gingen stattdessen über den Hinweg wieder zurück ins Tal.

Auf dem Weg nach unten, wurde unser Frust schnell weggeblasen, als Anika auf einem Felsen weit über uns, eine Gämse entdeckte. Nach diesen scheuen Bewohnern der julischen Alpen hatten wir schon bei unserem Urlaub im letzten Jahr erfolglos Ausschau gehalten.

An der Stelle, wo der Rundweg zusammentrifft, machten wir einen kurzen Abstecher in die andere Richtung, um wenigstens die Handseilbahn noch erlebt zu haben. Nach kurzem Abstieg kommt man hier zur Tolminka und der sehr malerisch angelegten Handseilbahn. Auf der Gegenüberliegenden Seite war uns der Weg dann zu steil, und wir gingen zurück über eine Alm, an der wir unseren Wasservorrat auffüllten, zum Ausgangspunkt unserer Wanderung, dem Parkplatz, an dem uns das Taxi abgesetzt hatte.

Bis hierhin hatten wir schon fast 20 km hinter uns gebracht, der Rückweg nach Tolmin mit nochmal 8 km lag aber noch vor uns. Die Strecke, die mit dem Taxi so kurz gewirkt hatte, zog sich endlos dahin, und das Ganze auch noch bei Regen. Völlig durchnässt kamen wir um kurz vor 9 abends in Tolmin an, wo wir uns in einer Pizzeria den Bauch voll schlugen, und uns aufwärmten. Zurück am Zelt schliefen wir schnell, bei der Musik von Heaven Shall Burn, die auf der Hauptbühne spielten, ein.

Die ersten Metaldays

Nach einem schnellen Frühstück fuhren wir Sonntag morgen nach Tolmin, zu den Metaldays. Unser Zelt war dank meinzeltstehtschon.de bereits in bester Lage aufgebaut. Wir richteten uns mit Luftmatratze, Schlafsäcken, Campingkissen, Sonnensegel, Campingstühlen und einem Tisch häuslich ein, bevor wir unser Schlauchboot aufpumpten und uns in der Soça abkühlten. Den Nachmittag nutzen wir für die Erkundung des Festival-Geländes und letzte Einkäufe. Abends saßen wir in gemütlicher Runde bei den „Sau-Kepp“ vom Nachbarzelt.

Den Montag begannen wir mit einem Frühstück in Tolmin, gefolgt von einer Wanderung zur Tolminka Klamm und zum Gasthaus Pri Jezero(?), wo wir zur Mittagszeit leckere Einheimische Spezialitäten aßen. Dort begann es sehr stark zu regnen.

Der Rückweg zum Eingang der Klamm führte uns über die Teufelsbrücke, wo der Regen langsam abnahm. Unten angekommen, kam die Sonne wieder raus, und das schöne Wetter hielt bis wir in Tolmin bei unserem Zelt ankamen. Kaum waren wir erschöpft in unsere Campingstühle gesunken, zog ein Sturm auf. Wir verbrachten ihn unter unserem Sonnensegel, welches nur stehen blieb, weil wir es von unten festhielten. Nach dem Sturm regnete es sich ein, und wir wärmten und trockneten uns im Zelt.

Am Abend kam wieder kurz die Sonne raus, und wir machten uns auf zur Hauptbühne, wo wir in toller Atmosphäre gerade noch das letzte Lied von Alcest hörten und etwas Geld am Merchandising-Stand zurückließen. Später sahen wir uns noch den Auftritt von Children of Bodom an. Die letzte Band des Abends, Opeth, verfolgten wir dann wegen Rückenschmerzen von unserem Zelt aus.

Der Dienstag begann um 05:11 Uhr als ein Spaßvogel sich ganz viele Freunde damit machte, Trompete-spielend über den Zeltplatz zu laufen. Zwei Stunden später standen wir auf. Es war bewölkt und kalt, weswegen wir uns auf die Suche nach den warmen Duschen machten, und uns dort gleich ein Wochenticket kauften. Nach Dusche und einfachem, aber ausgiebigem Frühstücksbuffet in einem Hotel im Dorf, machten wir uns mit unserem Boot, einer Wasserflasche mit Tschunk, und etwas Essen zur Soča. Dort hängten wir den Tschunk zum Kühlen ins Wasser, und unser Boot mit einem Karabiner-Haken an ein Seil, dass jemand über den ganzen Fluss gespannt hatte. In dieser Parkposition in der Mitte der Soča, genoßen wir warmes Wetter und einige Sonnenstrahlen, bevor wir wegen heranziehender Regenwolken flussabwärts zur Beach Bar paddelten. Als wir ankamen, begann es auch schon zu regnen, und den späten Nachmittag/Abend verbrachten wir im Zelt bzw. unter dem Sonnensegel. Die Bands die wir uns für diesen Tag vorgenommen hatten, ließen wir alkoholbedingt ausfallen.

In und um Kobarid

Am Samstag machten wir uns, nach einem schnellen Frühstück bei einem kleinen Café neben dem Hostel, auf den Rundweg um Kobarid. Vom Dorf geht es in Serpentinen, vorbei an mehreren Darstellung der Kreuzigung und Wiederauferstehung Jesu, hoch zur Kirche. Nach einer kurzen Pause und vielen Fotos dann weiter in den Wald, wo wir einen anstrengenden Abstecher zu einem hochgelegenen Aussichtspunkt machen. Leider lohnte sich die Mühe nicht, der Blick war nicht sooo toll. Wieder zurück auf dem Rundweg kommen wir bald an die nächste Sehenswürdigkeit: Einen Hügel mit Überresten einer alten Siedlung aus dem 5. Jahrhundert. Wir geniessen die Aussicht und das tolle Wetter bei einer Pause, lesen die Infotafeln und weiter geht’s. Der Weg wird jetzt steinig und es geht teilweise sehr steil bergab. Eine nasse, sehr rutschig wirkende Treppe umgehen wir, und kreuzen bald die Straße nach Bovec, über die wir angereist sind. Weiter geht es über eine Hängebrücke über die Soça, und an einem Seitenfluss entlang zu einem Wasserfall.

Hier macht der Rundweg kehrt, und führt zurück nach Kobarid. Kurz vor dem Dorf machen wir Rast bei einem Campingplatz. Zurück in Kobarid geht es erst in den Dorfsupermarkt, dann zu einem Nachmittagsschlaf ins Hostel. Abends essen wir, genau wie am Vortag, Pizza in der „besten Pizzeria im Tal“ (- mit dem lahmarschigsten Service des Landes).

Slowenien 2014 – Anreise geschafft!

Dieses Jahr haben wir auch bei der Hinfahrt nach Slowenien einen Zwischenstopp mit Übernachtung in München eingelegt.

Abends in München angekommen, ging es gemütlich Pizza essen bei der L’Osteria, und anschließend zur Eisdiele an der Münchener Freiheit. Dort bestellten wir zu dritt den „Freundschaftsbecher, für zwei die sich einig sind“. Die Portion war etwas größer, als wir uns das vorgestellt hatten…

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Heute ging es dann weiter nach Kobarid. Erst 370km Autobahn, dann ab Italien 50km über schmale Landstraßen und Serpentinen durch die Berge nach Slowenien. An der Grenze machten wir Halt, um die malerische Kulisse mit ein paar Fotos festzuhalten. 20140718-170745-61665492.jpg

Jetzt sind wir gerade im Hostel angekommen. Das W-LAN funktioniert einwandfrei, da fühlt man sich doch gleich wie zu Hause. 🙂

Nachher machen wir noch einen kleinen Spaziergang an der Soça, und für morgen haben wir uns den historischen Rundweg um Kobarid vorgenommen.

Der Vogel im Nebel

Heute früh machten wir uns zeitig aus dem Haus um genug Zeit für einen Ausflug zum 1922m hohen Berg Vogel zu haben. Mit der Gondelbahn (fährt halbstündlich) ging es zunächst auf 1535m Höhe und dann mit dem Sessellift noch etwas weiter zum Aussichtspunkt Orlova Glava auf 1692m. An der Bergstation des Sessellifts weidete eine sehr zutrauliche Schafherde, die leider bald von einem verrückt-spielenden Hund davon getrieben wurde.

Panorama von der Bergstation der Gondelbahn
Panorama von der Bergstation der Gondelbahn

 

Anika und ein zutrauliches Schaf
Anika und ein zutrauliches Schaf

 

Pascal mit Schaf
Pascal mit Schaf

 

Lämmchen
Lämmchen

 

Schafherde am Lift Orlova Glava
Schafherde am Lift Orlova Glava

 

Panoramafoto
Panoramafoto

 

Traumhafte Aussicht
Traumhafte Aussicht

Von dort ging es dann zu Fuß den gut beschilderten, aber sehr steinigen Wanderweg entlang Richtung Vogel. Eine erste Rast machten wir bei der Bergstation vom Skilift „Sija“, kurz danach ging es über den Gipfel des 1800m hohen „Visoki Orlov rob“ bis kurz unter den Gipfel des 1880m hohen Sija. Hier zogen auf einmal Wolken von Richtung Süden über die Hänge hinab, es wurde kalt und teilweise ziemlich windig. Gut eingepackt ging es weiter den Schildern Richtung „Vogel“ nach, zuerst recht flach, dann zunehmend steinig und plötzlich über mit Eisengriffen und -tritten versehene (aber nicht sehr hohe) Felsen bergab.

Weg Richtung Vogel
Weg Richtung Vogel

 

Ganz schön steil
Ganz schön steil

Die Höhenmeter die wir durch diesen Abstieg verloren haben, mussten wir auch gleich wieder hinauf. Von Sonne und blauem Himmel war immer noch keine Spur. Da jetzt abzusehen war, dass wir auf dem Vogel nur Nebel, und keine schöne Aussicht haben werden, drehten wir um und gingen zurück bis zu einer Kreuzung. Hier war der Weg bergab zur Alm „Zadnij Vogel“ ausgeschildert.

Kaum auf dem Weg zur Alm, hörten wir von oben lautes Gemecker: Von oben herab kam eine Ziegenherde. Die vorderen Ziegen hatten es nicht sehr eilig, und machten hier und da zum futtern kurz Halt. Zwei hielten auch kurz bei Anika und liessen sich Streicheln. Die Nachzügler hatten es dann deutlich eiliger und schossen mit einem atemberaubenden Tempo an uns vorbei ins Tal. Fast zuletzt kam der Bock, den man am langen, zotteligen Fell und dem intensiven Geruch erkennen konnte. Hinter ihm, weit oben am Berg waren noch zwei Nachzügler, die eine Meinungsverschiedenheit auszutragen hatten und deshalb nicht weiterliefen. Sie stiegen mehrmals in die Luft und knallten weit hörbar mit ihren Hörnern aneinander, bis sie vom Hirten weiter getrieben wurden.

Ziegen
Ziegen

Als wir uns der Alm näherten, war von den Ziegen keine Spur mehr. Stattdessen lagen einige Kühe gemütlich kauend im Gras, und versuchten sich von den vielen Fliegen zu befreien, die sie pisackten. Wir kamen an eine Hütte mit gemütlichen Bänken, viel Betrieb und günstigem Bier – leider eine geschlossene Gesellschaft wie sich schnell rausstellte. Hundert Meter weiter kamen wir dann an die richtige Hütte – ein kleiner Bauernhof mit Weideplatz, Pferdeunterstand und einigen gemütlichen Tischen und Bänken vor dem Haus.

Pascal mit Kuh
Pascal mit Kuh

 

Zadnij Vogel
Zadnij Vogel

Auf Empfehlung der englischsprechenden, slowenischen Sitznachbarn bestellte ich irgendwas weißes, augenscheinlich Quarkiges mit Brot. Ich bekam eine riesige Schüssel voll mit komischem Milchglibber inkl. gelber Milchhaut serviert. Auch mit Brot konnte ich nur knapp die Hälfte davon runterkriegen. Anika meint, es war Dickmilch. Ich meine es war „Bäh!“.

Nach dem Essen probierte ich noch etwas von dem selbstgemachten Käse (den man auch im ganzen Laib kaufen konnte), und wir machten uns weiter auf den Weg zurück zur Bergstation der Gondelbahn, wo Anika (die auf der Alm nichts gegessen hatte) einen Palatschinken mit Schokosauce (im Vergleich zu den bei uns bekannten Crepes mit Nutella fürchterlich süß!) aß, bevor wir mit der nächsten Gondel hinab ins Tal fuhren. Da wir noch für morgen Einkaufen mussten, liefen wir unten angekommen zur Bushaltestelle, um festzustellen, dass wir noch Ewigkeiten auf den Bus warten müssen.

Wir versuchten unser Glück per Anhalter, und ein netter Schweizer der gerade wegen der Basketball EM im Lande ist, nahm uns mit bis ins Dorf auf der anderen Seite des Sees, wo es einen Mercator gibt. Nach dem Einkauf mieteten wir uns ein Kanu und fuhren eine halbe Stunde auf dem See herum, was ziemlich anstrengend war, da das Kanu irgendwie einen Drehwurm hatte und ständig unkontrolliert zur einen oder anderen Seite abdrehte. Wir kamen trocken wieder beim Bootsverleih an, und nahmen dann das Touristenboot um wieder ans andere Ende des Sees zu kommen.

Abendstimmung am See
Abendstimmung am See

 

Blick vom Tourist Boat zur Kirche am östlichen Seeufer
Blick vom Tourist Boat zur Kirche am östlichen Seeufer

Vom Mittelmeer zurück in die Berge

Nachdem wir gestern ein zweites Mal in Piran waren – diesmal zum Bummeln & Baden – sind wir heute wieder in Richtung Berge aufgebrochen. Unterwegs machten wir Halt bei den Höhlen von Postojna:

Die Höhlen von Postojna […] liegen in der Nähe der slowenischen Stadt Postojna […]. Im dortigen Karstgebiet befinden sich die zweitgrößten für Touristen erschlossenen Tropfsteinhöhlen der Welt […]. Der erschlossene und ganzjährig für den Tourismus geöffnete Teil umfasst über 20 km an Höhlengängen und wird zum Teil mit einem Zug befahren.

Quelle: Wikipedia

In den Höhlen von Postojna
In den Höhlen von Postojna

 

Ein Grottenolm
Ein Grottenolm

Unser Weg Richtung Bohinj führte uns dann an Lubljana vorbei und noch einmal durch Bled hindurch und anschließend über viele Kurven und winzige Dörfer zu unserer Unterkunft. Nachdem wir unsere Sachen aus dem Auto geräumt hatten, machten wir noch einen kurzen Spaziergang zum See.

Abends am See von Bohinj
Abends am See von Bohinj
Blick vom See Richtung Westen
Blick vom See Richtung Westen
Spiegelung des Abendhimmels im See
Spiegelung des Abendhimmels im See

Der letzte Tag in Bled

Heute ist unser letzter Tag in Bled. Auf dem Plan steht eine Fahrt auf die Pokljuka-Hochebene mit Wanderung auf den 2050m hohen Viševnik sowie zur Hütte Blejska koča auf der Planina Lipanca. Leider haben wir keinen Proviant mehr, und so habe ich mir den Wecker auf 07:00 Uhr gestellt um morgens früh gleich einkaufen zu gehen (in Slowenien dürfen Geschäfte auch Sonntags öffnen).

Als ich aufwache fühle ich mich von den Strapazen der letzten Tage ziemlich erschlagen – Anika geht es nicht anders. Draußen ist es bewölkt, grau und nicht sehr warm. Ich komme leider zu früh zum Supermarkt – er öffnet erst um 08:00 Uhr. Also gehe ich an den See und beobachte wie die Enten und Schwäne langsam aufwachen. Nach 20 Minuten fängt es an zu regnen, und so mache ich mich wieder auf den Weg zum Supermarkt und kaufe Wasser und Brötchen fürs Frühstück.

Verschlafene Enten und Schwäne
Verschlafene Enten und Schwäne

 

Noch mehr verschlafene Enten
Noch mehr verschlafene Enten

Nach dem Frühstück beschließen wir, den Tag ruhig angehen zu lassen und uns erstmal zu erholen. Wir spazieren am See entlang zum Kunst- & Handwerkermarkt und wieder zurück in unsere Ferienwohnung, wo wir an den fehlenden Berichten der letzten Tage schreiben.

Nachmittags geht’s bei wechselhaftem Wetter nochmal kurz zum See zu Kaffee (bzw. Kaba) und Kuchen sowie zu kurzem Bummel durch einige Geschäfte. Morgen fahren wir dann ans Mittelmeer nach Portorož, und machen auf dem Weg dorthin halt beim Gestüt Lipica.

Heissgetränk und Kuchen direkt am See
Heissgetränk und Kuchen direkt am See

 

Abschiedsfoto - ein letzter Blick auf den Bleder See
Abschiedsfoto – ein letzter Blick auf den Bleder See

Entlang der Soča

Nachdem heute abend in Bled ein Halbmarathon stattfindet und wir mit gesperrten Straßen und vielen Sporttouristen rechnen, machen wir uns mit dem Auto auf ins 64km entfernte Trenta zu einer Wanderung an der Soča.

Der Weg nach Trenta führt uns über den Vršič-Pass. Dieser schlängelt sich mit seinen 50 Haarnadelkurven auf eine Höhe von 1611m und dann hinab ins Soča-Tal und ist für sich schon eine Attraktion. Auf dem Weg nach oben treffen wir in einer der Haarnadelkurven Kühe (Video), die völlig entspannt, kauend auf der Straße stehen und gar nicht wirklich Notiz von den vielen Radfahrern, Motorradfahrern und Autos zu nehmen scheinen.

Aussicht von einer Haarnadelkurve des Vršič-Passes
Aussicht von einer Haarnadelkurve des Vršič-Passes

Nach etwas Sucherei finden wir gegen mittag einen guten Einstiegspunkt in den ca. 20km langen Wanderweg „Soča Pot“ im Örtchen Trenta Na Logu, wo es auch genug Parkmöglichkeiten gibt. Hier fließt die türkisblaue, noch kleine Soča recht gemütlich in einem breiten, strahlend weißen Flußbett.

Unser Weg führt uns immer weit genug entfernt vom Lärm der Straße, bergab am Fluß entlang. Unterwegs kreuzen wir die Soča mehrfach auf schwingungsfreudigen holzbeplankten Hängebrücken.

Anika beim Überqueren einer Hängebrücke
Anika beim Überqueren einer Hängebrücke

Anfangs ist es meist flach, doch nach einer Weile führt der Weg links steil im Zick-Zack den Hang hinauf, und wir sind froh unsere Wanderschuhe angezogen zu haben. Erschöpft erreichen wir den Infopunkt „Below horse’s head“ 100m über dem Fluß und merken, dass wir unseren Zeitplan (letzter Bus nach Trenta am Zielort Bovec um 17:30) wohl nicht einhalten können. Von hier geht es wieder steil hinab zur Soča, die weiter flußabwärts zu einem kleinen Rinnsal wird und schließlich verschwindet, um dann ganz plötzlich wieder im Flußbett aufzutauchen.

Wir erreichen das Camp Korita, erfrischen uns kurz am Fluß und machen uns gleich wieder auf den Weg. Die Soča verschwindet bald weit unter uns im Fels, in den sie sich hineingefressen hat, und ist nun nur noch sehr selten zu sehen. Bei einer kurzen Rast, bei der wir unsere Wasservorräte bis auf einen kleinen Notfallschluck aufbrauchen, wage ich mich für ein paar Fotos in die Mitte einer verrosteten Hängebrücke mit verwitterten Holzplanken.

Die Soča weit unten im Fels
Die Soča weit unten im Fels

Mit schmerzenden Füßen erreichen wir nach einigem auf und ab eine Straße, an der ein Reiterhof ausgeschildert ist. Weiter flußabwärts bemerken wir Menschen, die von Felsen hinab in den Fluß springen und baden. Die Soča kommt hier aus dem tiefen Felsspalt heraus und fließt in ein breites türkisfarbenes Becken um sich dann in dem sehr breiten Flußbett zu teilen und um lange weiße Inseln herumzufließen auf denen einige Leute grillen. Hier können wir endlich unser Wasser auffüllen.

Badestimmung
Badestimmung

Weiter gehts, vorbei an einem Campingplatz und einigen versteckt gelegenen Häusschen über einen Feldweg an der mittlerweile sehr breiten Soča entlang. Gegen 17:30 führt unser Weg über eine weitere Hängebrücke. Hier sind wir seit langem mal wieder direkt an der Straße zwischen Bovec und Trenta, und treffen einige Urlauber die hier eine kurze Rast machen.

Am Ende
Am Ende

Wir beschließen, hier eine Mitfahrgelegenheit zurück nach Trenta zu unserem Auto zu suchen, was auch sofort klappt. Ein nettes älteres Ehepaar aus Essen – gerade auf dem Weg zurück nach Österreich – nimmt uns mit. Die Orte, an denen wir in 5 1/2 Stunden Wanderung vorbeigekommen sind, fliegen nur so an uns vorbei, und im Nu sitzen wir wieder im eigenen Auto in Trenta und machen uns auf den Rückweg über den Vršič-Pass.

Ganz oben auf dem Pass ist jetzt wenig los – wir finden leicht einen Parkplatz und genießen die tolle Aussicht. Auf dem Weg nach unten treffen wir wieder auf die Kuhherde, die es sich jetzt einige Serpentinen weiter oben gemütlich gemacht hat. Ein paar Fotos später geht es zurück nach Bled, wo wir nach einem schnellen Abendessen sofort erschöpft ins Bett fallen.

Aussicht vom höchsten Punkt des Vršič-Passes
Aussicht vom höchsten Punkt des Vršič-Passes

Ungeplante Anstrengungen

Nach dem anstrengenden Tag gestern, wollen wir es heute etwas ruhiger angehen. Nach dem Frühstück machen wir uns deshalb bei perfektem Wetter auf zum Bootsverleih am Südufer des Blejsko jezero (Bleder See) und mieten uns für eine Stunde ein Ruderboot. Nach 15 Minuten rudern kommen wir auf der Insel an. Eigentlich wollten wir die Glücksglocke im Turm der Marienkirche läuten, aber 6€ pro Person war uns dann doch etwas zuviel dafür. Nach einer Inselerkundung und einigen Fotos setzen wir unseren Weg im Ruderboot fort. Wir umrunden die Insel auf der Suche nach einer guten Position für ein Foto von Insel und Burg Bled im Hintergrund. Schon bald ist die Mietzeit fürs Boot zu 3/4 rum, weshalb es etwas sportlicher zurück zum Ufer geht.

Panoramafoto auf dem Weg zum Bootsverleih
Panoramafoto auf dem Weg zum Bootsverleih

 

Anika auf der Insel im Bleder See
Anika auf der Insel im Bleder See

Nach einem leckeren Mittagessen in dem Restaurant am Bootsverleih, beschließen wir einen gemütlichen Spaziergang auf dem beschilderten Rundweg mit der Nummer 6 zu machen. Schnell finden wir den Anfang des Rundwegs, und genauso schnell kommen wir an einen sehr steilen Hang den wir im Zick-Zack erklimmen. Bald wird es felsig und es gibt Stahlseile zum festhalten. Etwas höher ist der  Weg dann mit einem Holzgeländer gesichert bevor eine laaange Stahltreppe auftaucht. Die Treppe wird zur Mitte hin immer steiler, so das man schon bald wie auf einer Leiter die Hände zu Hilfe nehmen muss. Oberhalb dieser Treppe werden unsere Anstrengungen mit einer Bank zum Ausruhen und einem tollen Panoramablick belohnt.

Blick auf den See vom Aussichtspunkt Mala Osojnica
Blick auf den See vom Aussichtspunkt Mala Osojnica

Nach einer Pause setzen wir unseren Weg fort, und kommen zum Aussichtspunkt „Mala Osojnica“. Einige Fotos später geht es weiter Richtung Gipfel. Der Weg zieht sich ganz schön, und nach einer gefühlten Ewigkeit kommen wir am Gipfel des Osojnica an. Hier hat man nur eine vergleichsweise unspektakuläre Aussicht auf ein paar bewaldete Berge – vom See und den beeindruckenden Gipfeln der jülischen Alpen ist (fast) nichts zu sehen. Der „Rundweg“ führt uns auf dem selben Pfad wie beim Aufstieg zurück Richtung Mala Osojnica, wo sich der Weg wieder teilt. Wir wählen den uns noch unbekannten Weg hinab, der uns am steilen Gipfel des etwas niedrigeren Bergs Ojstrica vorbei führt. Während ich für ein Panoramafoto den kurzen Umweg auf den Gipfel mache, ruht sich Anika an der Wegkreuzung aus.

Blick auf den See vom Gifpel des Bergs Ojstrica
Blick auf den See vom Gifpel des Bergs Ojstrica

Anschließend setzen wir den Weg nach unten fort und kommen nur wenige Meter von unserem Startpunkt wieder an den Bleder See. Hier hängen wir unsere schmerzenden Füße ins kühle Wasser und erfrischen uns am Bootsverleih mit einem eiskalten Radler (hier in Slowenien nur mit Grapefruit erhältlich).

Eine Wohltat für die geschundenen Füße
Eine Wohltat für die geschundenen Füße