Das Ende ist nahe

Samstag ist Abreisetag auf den Metaldays. Nachdem wir unsere Sachen gepackt und gefrühstückt haben, fahren wir mittags nach Most na Soči zu unserer Unterkunft für die nächsten paar Tage. Dort angekommen, fallen wir nach ausgiebigem Duschen ins Bett und schlafen uns erstmal richtig aus.

Sonntag ist Regenwetter angesagt, weshalb wir beschließen einen spontanen Ausflug ins 2 Autostunden entfernte Venedig zu machen. Wir parken auf dem Festland in Mestre im heruntergekommenen Bahnhofsviertel (das Gallusviertel in Frankfurt wirkt im Vergleich direkt luxuriös, schick und nobel) und fahren mit dem Zug nach Venedig. Zu Fuß erkunden wir die vollkommen mit Touristen überflutete Stadt und machen viele Fotos. Zurück zum Bahnhof geht es mit dem Wasserbus (laufen wäre schneller und billiger gewesen…). Von dort mit der Bahn nach Mestre, und weiter mit dem Auto zurück nach Slowenien.

Auch Montag ist wieder wechselhaftes Wetter angesagt, weshalb wir von einer längeren Wanderung absehen. Wir spazieren nach Most na Soči, und dort um den Stausee bis zur Haltestelle des Touristenboots Lucia. Für 6€ pro Person machen wir uns an Bord, und geniessen die zweistündige Fahrt (zuerst nach Süden zur Staumauer, dann nach Norden nach Tolmin) bei einem deftigen Mittagessen. In Tolmin sehen wir am Ufer noch die Zelte der Beach Bar, die wohl noch für das bald anstehende, nächste Festival gebraucht wird.

Unseren letzten Abend in Slowenien nutzen wir für letzte Einkäufe und um die fehlenden Beiträge für diesen Blog nachzuholen.

Morgen geht es dann, wieder mit einer Übernachtung in München, nach Hause.

Das Wandern ist des Müllers Last

Mittwoch war Hang-over angesagt, und den sonnenreichen Vor- und Nachmittag nutzte ich für Bootstouren auf der Soča. Abends nahmen wir unsere Picknickdecke mit zur Hauptbühne, und schauten uns Saltatio Mortis und Amorphis an. Den Auftritt von Volbeat verfolgten wir dann, bis zum Abbruch wegen Stimmproblemen des Sängers, von unserem Zelt aus.

Donnerstag machten wir uns auf eine Wanderung auf den 1053 Meter hohen Vodel. Da Tolmin nur 200 Meter über dem Meeresspiegel liegt, hatten wir 853 Höhenmeter zu bewältigen. Durch das Nachbardorf Zatolmin, ging es in auf einem breiten Waldweg den Berg hinauf, bis zu den vielen Kuh- und Schafweiden auf dem Gipfel. Oben angekommen, machten wir eine lange Rast und viele Fotos. Leider wurden unsere Wasservorräte hier schon knapp. Nach einem zügigen Abstieg in 90 Minuten, waren wir froh, als wir in Zatolmin an einem Brunnen ankamen, und unseren Durst stillen konnten. Nach einer Trinkpause ging es zurück nach Tolmin zu unserem Zelt. Abends dann kam das Festival-Highlight für uns: Der Auftritt von Moonsorrow, bei dem wir unsere letzten Kraftreserven aufbrauchten, bevor wir erschöpft von der vielen Bewegung ins Bett fielen.

Auch am Freitag war Wandern angesagt. Wir fuhren mit dem Taxi 8 km zum Parkplatz der Kirche Javorca. Nach 15 Minuten Aufstieg zur Kirche, machten wir oben viele Fotos, und erfuhren viel Interessantes über die Geschichte der Kirche und der Umgebung von einem Tourist-Guide. (Z. B. haben während des ersten Weltkriegs Rommels und Mussolini in der Gegend gekämpft.)

Nach der Kirche stand der Rundweg zur Tolminka-Quelle – inkl. Überquerung der Soča mit einer Handseilbahn – auf dem Programm. Die Tolminka-Quelle liegt direkt neben einer Hütte auf einer wunderschönen Alm. Wohl der schönste Ort, den ich bislang gesehen habe. Leider war ab dort der Rundweg nicht mehr richtig ausgeschildert, es fing an zu regnen, und wegen der schlechten/falschen Beschilderung liefen wir, auf der Suche nach dem richtigen Weg, eine gefühlte Ewigkeit im Kreis um die Alm. Dann gaben wir auf, und gingen stattdessen über den Hinweg wieder zurück ins Tal.

Auf dem Weg nach unten, wurde unser Frust schnell weggeblasen, als Anika auf einem Felsen weit über uns, eine Gämse entdeckte. Nach diesen scheuen Bewohnern der julischen Alpen hatten wir schon bei unserem Urlaub im letzten Jahr erfolglos Ausschau gehalten.

An der Stelle, wo der Rundweg zusammentrifft, machten wir einen kurzen Abstecher in die andere Richtung, um wenigstens die Handseilbahn noch erlebt zu haben. Nach kurzem Abstieg kommt man hier zur Tolminka und der sehr malerisch angelegten Handseilbahn. Auf der Gegenüberliegenden Seite war uns der Weg dann zu steil, und wir gingen zurück über eine Alm, an der wir unseren Wasservorrat auffüllten, zum Ausgangspunkt unserer Wanderung, dem Parkplatz, an dem uns das Taxi abgesetzt hatte.

Bis hierhin hatten wir schon fast 20 km hinter uns gebracht, der Rückweg nach Tolmin mit nochmal 8 km lag aber noch vor uns. Die Strecke, die mit dem Taxi so kurz gewirkt hatte, zog sich endlos dahin, und das Ganze auch noch bei Regen. Völlig durchnässt kamen wir um kurz vor 9 abends in Tolmin an, wo wir uns in einer Pizzeria den Bauch voll schlugen, und uns aufwärmten. Zurück am Zelt schliefen wir schnell, bei der Musik von Heaven Shall Burn, die auf der Hauptbühne spielten, ein.

Die ersten Metaldays

Nach einem schnellen Frühstück fuhren wir Sonntag morgen nach Tolmin, zu den Metaldays. Unser Zelt war dank meinzeltstehtschon.de bereits in bester Lage aufgebaut. Wir richteten uns mit Luftmatratze, Schlafsäcken, Campingkissen, Sonnensegel, Campingstühlen und einem Tisch häuslich ein, bevor wir unser Schlauchboot aufpumpten und uns in der Soça abkühlten. Den Nachmittag nutzen wir für die Erkundung des Festival-Geländes und letzte Einkäufe. Abends saßen wir in gemütlicher Runde bei den „Sau-Kepp“ vom Nachbarzelt.

Den Montag begannen wir mit einem Frühstück in Tolmin, gefolgt von einer Wanderung zur Tolminka Klamm und zum Gasthaus Pri Jezero(?), wo wir zur Mittagszeit leckere Einheimische Spezialitäten aßen. Dort begann es sehr stark zu regnen.

Der Rückweg zum Eingang der Klamm führte uns über die Teufelsbrücke, wo der Regen langsam abnahm. Unten angekommen, kam die Sonne wieder raus, und das schöne Wetter hielt bis wir in Tolmin bei unserem Zelt ankamen. Kaum waren wir erschöpft in unsere Campingstühle gesunken, zog ein Sturm auf. Wir verbrachten ihn unter unserem Sonnensegel, welches nur stehen blieb, weil wir es von unten festhielten. Nach dem Sturm regnete es sich ein, und wir wärmten und trockneten uns im Zelt.

Am Abend kam wieder kurz die Sonne raus, und wir machten uns auf zur Hauptbühne, wo wir in toller Atmosphäre gerade noch das letzte Lied von Alcest hörten und etwas Geld am Merchandising-Stand zurückließen. Später sahen wir uns noch den Auftritt von Children of Bodom an. Die letzte Band des Abends, Opeth, verfolgten wir dann wegen Rückenschmerzen von unserem Zelt aus.

Der Dienstag begann um 05:11 Uhr als ein Spaßvogel sich ganz viele Freunde damit machte, Trompete-spielend über den Zeltplatz zu laufen. Zwei Stunden später standen wir auf. Es war bewölkt und kalt, weswegen wir uns auf die Suche nach den warmen Duschen machten, und uns dort gleich ein Wochenticket kauften. Nach Dusche und einfachem, aber ausgiebigem Frühstücksbuffet in einem Hotel im Dorf, machten wir uns mit unserem Boot, einer Wasserflasche mit Tschunk, und etwas Essen zur Soča. Dort hängten wir den Tschunk zum Kühlen ins Wasser, und unser Boot mit einem Karabiner-Haken an ein Seil, dass jemand über den ganzen Fluss gespannt hatte. In dieser Parkposition in der Mitte der Soča, genoßen wir warmes Wetter und einige Sonnenstrahlen, bevor wir wegen heranziehender Regenwolken flussabwärts zur Beach Bar paddelten. Als wir ankamen, begann es auch schon zu regnen, und den späten Nachmittag/Abend verbrachten wir im Zelt bzw. unter dem Sonnensegel. Die Bands die wir uns für diesen Tag vorgenommen hatten, ließen wir alkoholbedingt ausfallen.

In und um Kobarid

Am Samstag machten wir uns, nach einem schnellen Frühstück bei einem kleinen Café neben dem Hostel, auf den Rundweg um Kobarid. Vom Dorf geht es in Serpentinen, vorbei an mehreren Darstellung der Kreuzigung und Wiederauferstehung Jesu, hoch zur Kirche. Nach einer kurzen Pause und vielen Fotos dann weiter in den Wald, wo wir einen anstrengenden Abstecher zu einem hochgelegenen Aussichtspunkt machen. Leider lohnte sich die Mühe nicht, der Blick war nicht sooo toll. Wieder zurück auf dem Rundweg kommen wir bald an die nächste Sehenswürdigkeit: Einen Hügel mit Überresten einer alten Siedlung aus dem 5. Jahrhundert. Wir geniessen die Aussicht und das tolle Wetter bei einer Pause, lesen die Infotafeln und weiter geht’s. Der Weg wird jetzt steinig und es geht teilweise sehr steil bergab. Eine nasse, sehr rutschig wirkende Treppe umgehen wir, und kreuzen bald die Straße nach Bovec, über die wir angereist sind. Weiter geht es über eine Hängebrücke über die Soça, und an einem Seitenfluss entlang zu einem Wasserfall.

Hier macht der Rundweg kehrt, und führt zurück nach Kobarid. Kurz vor dem Dorf machen wir Rast bei einem Campingplatz. Zurück in Kobarid geht es erst in den Dorfsupermarkt, dann zu einem Nachmittagsschlaf ins Hostel. Abends essen wir, genau wie am Vortag, Pizza in der „besten Pizzeria im Tal“ (- mit dem lahmarschigsten Service des Landes).

Slowenien 2014 – Anreise geschafft!

Dieses Jahr haben wir auch bei der Hinfahrt nach Slowenien einen Zwischenstopp mit Übernachtung in München eingelegt.

Abends in München angekommen, ging es gemütlich Pizza essen bei der L’Osteria, und anschließend zur Eisdiele an der Münchener Freiheit. Dort bestellten wir zu dritt den „Freundschaftsbecher, für zwei die sich einig sind“. Die Portion war etwas größer, als wir uns das vorgestellt hatten…

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Heute ging es dann weiter nach Kobarid. Erst 370km Autobahn, dann ab Italien 50km über schmale Landstraßen und Serpentinen durch die Berge nach Slowenien. An der Grenze machten wir Halt, um die malerische Kulisse mit ein paar Fotos festzuhalten. 20140718-170745-61665492.jpg

Jetzt sind wir gerade im Hostel angekommen. Das W-LAN funktioniert einwandfrei, da fühlt man sich doch gleich wie zu Hause. 🙂

Nachher machen wir noch einen kleinen Spaziergang an der Soça, und für morgen haben wir uns den historischen Rundweg um Kobarid vorgenommen.