Die Weihnachtsfeiertage

Mein iPhone hat sich gut an die kalten Temperaturen gewöhnt. Bei Zimmertemperatur war es ihm dann zu warm.
Mein iPhone hat sich gut an die kalten Temperaturen gewöhnt. Bei Zimmertemperatur war es ihm dann zu warm.

Den ersten Weihnachtsfeiertag nutzen wir für eine kleine Wanderung auf den Sovintovaara, einen Hügel direkt oberhalb unserer Unterkunft. Oben gab es neben einem alten Panzer und einem Geschütz, ein kleines Museum sowie ein Café. Leider war beides schon seit Ende September geschlossen, und schlummerte unter einer tiefen Schneedecke.

Abends freuten wir uns auf ein leckeres Essen im Pubi in Ivalo. Leider war die Küche dort jedoch geschlossen, so dass wir notgedrungen auf unserem Zimmer auf Tassensuppe ausweichen mussten. Wir überwachten den Himmel mit der Aurora-Live-Cam, und wurden wieder belohnt. Inzwischen hatten wir uns besser mit der Kamera vertraut gemacht und die meisten Bilder wurden unverwackelt. (Einige verwackelte Bilder gab es, da sich ein Teil vom Stativ sich etwas gelöst hatte. Bei -28 Grad und Dunkelheit war das jedoch nicht zu beheben.)

Am 26. fuhren wir nach dem Frühstück nach Inari und besuchten das Samenmuseum (Siida). Dort gab es neben mehreren Ausstellungen (Fotos, Kunsthandwerk, Naturkunde) auch einen sehr schönen Film über Polarlichter zu sehen. Wir verbrachten viele Stunden dort, so dass es schon dunkel wurde, als wir das Museum verließen. Draußen begrüßte uns der Mond, den wir schon einige Zeit nicht mehr gesehen hatten. Endlich hatten wir auch mehr Glück beim Pubi in Ivalo und füllten unsere Mägen mit einem Big Boy Burger bzw. Nudeln.

Zum Abschluss unserer schönen Zeit in Lappland wurden wir nachts  von tollen Polarlichtern verabschiedet. Diesmal passte alles mit dem Fotoequipment, so dass viele gute Fotos entstanden. Entweder Polarlicht zu sehen ist nicht schwer, oder wir hatten während unseres Aufenthalts sehr viel Glück. Von 6 Nächten gab es 5 mit Aurora Borealis (die erste davon hatten wir ja leider verpennt).

Am nächsten Tag brachen wir früh auf in Richtung Flughafen. Wir trafen dort um Punkt 08:00 Uhr ein, und eine Frau schloss den Flughafen für uns auf. Drinnen waren wir die ersten am Schalter und bei der Sicherheitskontrolle. Das kann einem in Frankfurt wohl nicht so leicht passieren. 🙂

In Helsinki angekommen nahmen wir erst den Bus zum Hauptbahnhof und liefen von dort zu unserer Unterkunft. Ziemlich verschwitzt kamen wir dort an. Irgendwie warm hier in Südfinnland (-4° C statt -28° C)!

Hyvää Joulua

Heilig Abend fuhren wir vormittags auf den Berg (eher ein Hügel – Finnland ist ziemlich flach) Kaunispää in der Nähe von Saariselkä. Hier genossen wir kurz den wundervollen Ausblick und machten viele Fotos. Um 11:55 wurde dort oben dann der Weihnachtsfrieden verkündet. Auf Grund des eisigen Windes blieben wir nicht allzu lange und beschlossen, noch ein paar Fotos im Tal zu machen. Dann ging es zurück nach Ivalo in unsere Unterkunft.

Den Nachmittag verbrachten wir gemütlich in unserer Hütte. Um 18:00 Uhr begann dann das Weihnachtsbuffet in unserer Ferienanlage. Als Vorspeise gab es verschiedene Fischvariationen, geräuchertes Rentierfleisch und Salate. Als wir uns von den Hauptgerichten (Kartoffel-, Möhren- und Steckrübenpüree, Weihnachtsschinken, Fleischbällchen, u.v.m.) genommen hatten, stürmte ein sehr aufgeregter Mann in den Speisesaal: Draußen gab es Polarlichter zu sehen! Wir ließen unser Essen stehen, eilten hinaus und genossen das mehrere Minuten lange, sehr intensive Schauspiel. Als wir zurückkamen, war unser Essen schon kalt. Nach dem Nachtisch (Kuchen und Joulutorttu) gingen wir zu unserer Mini-Bescherung auf unser Zimmer. Nebenbei beobachteten wir die neu entdeckten Polarlicht-Live-Cams.

Schon nach kurzer Zeit sahen wir starke Aktivität, packten uns warm ein und eilten mit dem Kamera-Equipment auf den See. Leider hatte ich mittags wohl den Fernauslöser für die Kamera verloren, und wir wussten nicht, wie man bei unserer Kamera mit Selbstauslöser Langzeitbelichtungen macht. So wurden die meisten Bilder sehr verwackelt. 🙁

Aurora Borealis

Nach der großartigen Husky-Safari stand heute eine Rentier-Safari auf dem Programm. Vorher deckten wir uns allerdings im überfüllten Supermarkt mit Proviant (vor allem Kekse!) für die kommenden Feiertage ein. Um 13:00 Uhr starteten wir dann gemütlich mit dem Auto in Richtung Saariselkä, einem Ferienort ca. 40km südlich von Ivalo. Zwischen 10:00 Uhr und 14:00 Uhr ist es hell, und so fuhren wir einer wunderschönen Dämmerung entgegen.

In Saariselkä parkten wir vor dem Holiday Club, direkt neben dem Angry Birds Activity Park. Im Büro des Veranstalters erhielten wir wie gewohnt warme Kleidung (leider nicht ganz so warm wie am Vortag). Dann ging es mit dem Bus weiter zur Rentier-Farm. Hier warteten schon Rentiere mit Schlitten geduldig auf uns. Je zwei Personen fanden in einem Schlitten (gezogen von je einem Rentier) Platz. Ohne Einweisung ging es direkt in atemberaubendem einschläferndem Tempo (ca. 4km/h) los. Unserem Rentier war das zu langsam, und so ging es zeitweise neben dem Vorderschlitten.

Nach einiger Zeit erreichten wir eine Lagerstätte, wo Timo, unser samischer Guide, uns in die hohen Künste des Feuermachens einweihte (Benutze Feuerzeug mit Holz). Timo setzte Tee und Kaffee auf, bevor er eine gefühlte Ewigkeit zum Telefonieren in den Wald verschwand. Zwischendurch kam er mal wieder um die Rentiere, welche sich von ihrem Platz fortbewegt hatten, und halb im Schlitten standen fluchend und tretend an ihren Platz zu scheuchen. Nach Telefonat und Tee, der nicht viel gegen die eisige Kälte (-27 Grad) half, ging es im Rentierschlitten zurück. Wir entschieden uns zu laufen, um wieder etwas aufzutauen.

Auf der Farm gab es lauwarme Lachs-Suppe, Tee, Kaffee und einen Nachtisch für uns. Timos Frau, die etwas gesprächiger war, erzählte vom Leben als Rentierzüchter heute und früher. Anschließend ging es wieder mit dem Bus zurück. Fazit: Die teuerste Suppe unseres Lebens.

In Saariselkä gingen wir ins Kuukkeli Shopping Center und deckten uns mit Sturmmasken gegen die Kälte ein. Dann fuhren wir zurück zu unserer Unterkunft, um noch etwas Kraft uns Wärme für die Nacht zu tanken, denn dort wollten wir endlich Polarlicht sehen.

Gesagt, getan: Um ca. 21:15 Uhr machten wir uns auf zur Paatsjoki-Brücke östlich des Dorfes Nellim, in Sichtweite der russischen Grenze. Dieser Ort wurde uns für Polarlichtbeobachtungen empfohlen. Die Entfernung betrug zwar nur 62km, aber aufgrund der schlechten Straßenverhältnisse fühlte sich die Fahrt wie eine halbe Ewigkeit an.

An der Brücke herrschte schon reger Betrieb. Es warteten schon einige Autos und ein Reisebus dort. Gleich nach unserer Ankunft rannte ein aufgeregter Tourist zu uns und meinte, dass es schon Aktivität gegeben habe. Zu unserer Ankunftszeit sah man aber nur einen ganz schwachen Streifen, den wir nicht wirklich als Polarlicht deuten konnten. Wir übten ein wenig mit den Kamereinstellungen und warteten. Gerade als die meisten anderen, unter anderem auch der Bus, fortfuhren, begann am Himmel ein richtiges Spektakel: Über uns leuchtete es grün und rot und veränderte ständig seine Form. Es war einfach wunderschön und man kann dieses Phänomen gar nicht wirklich in Worte fassen.

Glücklich und zufrieden (auch darüber, dass wir ein paar schöne Bilder machen konnten) machten wir uns auf den Heimweg. Während der Fahrt beobachteten wir immer wieder den Himmel und konnten nach einiger Zeit wieder grünes Leuchten entdecken. Am nächsten Parkplatz hielten wir dann an und sprangen mit Kamera und Stativ aus dem Auto. Das erwies sich als goldrichtig, denn nun tauchte überall um uns herum Polarlicht auf.  Kurze Zeit später kam auch der Bus von der Brücke angerast und wir waren nicht mehr die einzigen Fotografen. Als die Erscheinungen wieder schwächer wurden konnten wir uns endlich losreißen, fuhren heim und fielen durchgefroren und mit tauben Zehen, aber glücklich in unser Bett.

Unterwegs auf dem Hundeschlitten

Heute stand eine Husky-Safari auf unserem Programm. Nachdem wir uns im Guesthouse Husky mit richtig warmer Winterkleidung eingedeckt hatten, bekamen wir eine kurze Einweisung in das Schlittenfahren (Schön in das Kurveninnere lehnen, Abstand halten, mit dem ganzen Körpergewicht oder notfalls zusätzlich mit dem Gewicht von Schlitten und Passagier bremsen – und am wichtigsten: gut festhalten!).

Dann bekamen jedes Zweierteam ein Hundegespann zugewiesen. Die Hunde warteten schon ungeduldig auf uns, und sprangen energiegeladen in die Luft aus Vorfreude. Unter lautem Hundegebell (insgesamt gibt es dort über 140 Huskys) ging es los. Unsere sechs Vierbeiner waren leider nicht so gut eingespielt, weshalb uns die anderen Schlitten – trotz fleißiger Mithilfe durch Anschieben – immer wieder abhängten. Auch der Tausch eines Hundes half nicht, so dass wir zusätzlich einen siebten Husky vor den Schlitten gespannt bekamen.

Mit dem siebten Hund am Schlitten war es schwierig, nicht fremdbestimmt loszusausen. Die Hunde haben wirklich erstaunlich viel Kraft, und wenn man von der Bremse steigt gibt es erstmal ordentlich Vortrieb. Es ging durch Wälder, Wiesen und über zugefrorene Seen, bis wir nach 2-3 Stunden ein großes Zelt erreichten, in dem schon ein wärmendes Feuer brannte. Juri, unser finnischer Guide mit russischem Akzent, kochte uns darauf Kaffee, Tee und sehr leckere Suppe mit Gemüse, Sahne und Lachs.

Nach dieser wärmenden Pause ging es in der schon einsetzenden Dämmerung zurück zur Husky-Farm. Auf dem Rückweg merkte man den Hunden die Anstrengung dann schon ganz schön an, und wir mussten alle viel anschieben. Da wir auf direktem Wege fuhren, kamen wir schon nach 35 Minuten wieder am Guesthouse Husky an. Dort verabschiedeten wir uns von den Hunden und Juri, pellten uns aus den dicken Overalls und machten uns auf den Heimweg.

Zu Hause angekommen, wärmten wir uns auf, schauten in die Polarlicht-Vorhersage und ärgerten uns schrecklich, dass wir gestern so früh schlafen gegangen sind. Wie uns erzählt wurde, hatten sich nachts die Wolken verzogen und die Polarlichter waren wegen sehr starker Sonnenaktivität wunderbar zu sehen. Auch heute war der Himmel zuerst sternenklar, doch als wir mit dem Stativ auf dem zugefrorenen Inari-See standen, zogen immer mehr Wolken auf (die Polarlicht-Vorhersage war aber sowieso nicht so vielversprechend).

Auf nach Lappland!

Samstag Abend ging unsere Reise nach Finnland los. Unser erster Flug führte uns nach Helsinki, wo wir eine Nacht im Hilton Airport Hotel blieben, bevor es Sonntag vormittag nach Ivalo ging (mit Zwischenlandung in  Kittilä).

Am Flughafen in Ivalo wurden wir gleich von ausgestopften Rentieren und Mardern begrüßt. Mit dem Leihwagen ging es dann erst zum Supermarkt, wo wir erste Vorräte besorgten. Danach fuhren wir zu unserer Unterkunft, wo wir sehr herzlich und in sehr gutem Deutsch empfangen wurden. Wir bezogen unser Blockhüttenzimmer mit Blick in den verschneiten Wald.

Nach einem kurzen Nickerchen (praktischerweise war es schon/noch dunkel :-)) führte uns ein kurzer Erkundungsspaziergang zum See Inari. Anschließend fuhren wir zum Abendessen nach Ivalo zum Pubi, dem nach eigener Angabe „BEST BAR & GRILL IN TOWN!“. Könnte auch daran liegen, dass es das einzige Bar & Grill dort ist. 😉

 



Das Ende ist nahe

Samstag ist Abreisetag auf den Metaldays. Nachdem wir unsere Sachen gepackt und gefrühstückt haben, fahren wir mittags nach Most na Soči zu unserer Unterkunft für die nächsten paar Tage. Dort angekommen, fallen wir nach ausgiebigem Duschen ins Bett und schlafen uns erstmal richtig aus.

Sonntag ist Regenwetter angesagt, weshalb wir beschließen einen spontanen Ausflug ins 2 Autostunden entfernte Venedig zu machen. Wir parken auf dem Festland in Mestre im heruntergekommenen Bahnhofsviertel (das Gallusviertel in Frankfurt wirkt im Vergleich direkt luxuriös, schick und nobel) und fahren mit dem Zug nach Venedig. Zu Fuß erkunden wir die vollkommen mit Touristen überflutete Stadt und machen viele Fotos. Zurück zum Bahnhof geht es mit dem Wasserbus (laufen wäre schneller und billiger gewesen…). Von dort mit der Bahn nach Mestre, und weiter mit dem Auto zurück nach Slowenien.

Auch Montag ist wieder wechselhaftes Wetter angesagt, weshalb wir von einer längeren Wanderung absehen. Wir spazieren nach Most na Soči, und dort um den Stausee bis zur Haltestelle des Touristenboots Lucia. Für 6€ pro Person machen wir uns an Bord, und geniessen die zweistündige Fahrt (zuerst nach Süden zur Staumauer, dann nach Norden nach Tolmin) bei einem deftigen Mittagessen. In Tolmin sehen wir am Ufer noch die Zelte der Beach Bar, die wohl noch für das bald anstehende, nächste Festival gebraucht wird.

Unseren letzten Abend in Slowenien nutzen wir für letzte Einkäufe und um die fehlenden Beiträge für diesen Blog nachzuholen.

Morgen geht es dann, wieder mit einer Übernachtung in München, nach Hause.

Das Wandern ist des Müllers Last

Mittwoch war Hang-over angesagt, und den sonnenreichen Vor- und Nachmittag nutzte ich für Bootstouren auf der Soča. Abends nahmen wir unsere Picknickdecke mit zur Hauptbühne, und schauten uns Saltatio Mortis und Amorphis an. Den Auftritt von Volbeat verfolgten wir dann, bis zum Abbruch wegen Stimmproblemen des Sängers, von unserem Zelt aus.

Donnerstag machten wir uns auf eine Wanderung auf den 1053 Meter hohen Vodel. Da Tolmin nur 200 Meter über dem Meeresspiegel liegt, hatten wir 853 Höhenmeter zu bewältigen. Durch das Nachbardorf Zatolmin, ging es in auf einem breiten Waldweg den Berg hinauf, bis zu den vielen Kuh- und Schafweiden auf dem Gipfel. Oben angekommen, machten wir eine lange Rast und viele Fotos. Leider wurden unsere Wasservorräte hier schon knapp. Nach einem zügigen Abstieg in 90 Minuten, waren wir froh, als wir in Zatolmin an einem Brunnen ankamen, und unseren Durst stillen konnten. Nach einer Trinkpause ging es zurück nach Tolmin zu unserem Zelt. Abends dann kam das Festival-Highlight für uns: Der Auftritt von Moonsorrow, bei dem wir unsere letzten Kraftreserven aufbrauchten, bevor wir erschöpft von der vielen Bewegung ins Bett fielen.

Auch am Freitag war Wandern angesagt. Wir fuhren mit dem Taxi 8 km zum Parkplatz der Kirche Javorca. Nach 15 Minuten Aufstieg zur Kirche, machten wir oben viele Fotos, und erfuhren viel Interessantes über die Geschichte der Kirche und der Umgebung von einem Tourist-Guide. (Z. B. haben während des ersten Weltkriegs Rommels und Mussolini in der Gegend gekämpft.)

Nach der Kirche stand der Rundweg zur Tolminka-Quelle – inkl. Überquerung der Soča mit einer Handseilbahn – auf dem Programm. Die Tolminka-Quelle liegt direkt neben einer Hütte auf einer wunderschönen Alm. Wohl der schönste Ort, den ich bislang gesehen habe. Leider war ab dort der Rundweg nicht mehr richtig ausgeschildert, es fing an zu regnen, und wegen der schlechten/falschen Beschilderung liefen wir, auf der Suche nach dem richtigen Weg, eine gefühlte Ewigkeit im Kreis um die Alm. Dann gaben wir auf, und gingen stattdessen über den Hinweg wieder zurück ins Tal.

Auf dem Weg nach unten, wurde unser Frust schnell weggeblasen, als Anika auf einem Felsen weit über uns, eine Gämse entdeckte. Nach diesen scheuen Bewohnern der julischen Alpen hatten wir schon bei unserem Urlaub im letzten Jahr erfolglos Ausschau gehalten.

An der Stelle, wo der Rundweg zusammentrifft, machten wir einen kurzen Abstecher in die andere Richtung, um wenigstens die Handseilbahn noch erlebt zu haben. Nach kurzem Abstieg kommt man hier zur Tolminka und der sehr malerisch angelegten Handseilbahn. Auf der Gegenüberliegenden Seite war uns der Weg dann zu steil, und wir gingen zurück über eine Alm, an der wir unseren Wasservorrat auffüllten, zum Ausgangspunkt unserer Wanderung, dem Parkplatz, an dem uns das Taxi abgesetzt hatte.

Bis hierhin hatten wir schon fast 20 km hinter uns gebracht, der Rückweg nach Tolmin mit nochmal 8 km lag aber noch vor uns. Die Strecke, die mit dem Taxi so kurz gewirkt hatte, zog sich endlos dahin, und das Ganze auch noch bei Regen. Völlig durchnässt kamen wir um kurz vor 9 abends in Tolmin an, wo wir uns in einer Pizzeria den Bauch voll schlugen, und uns aufwärmten. Zurück am Zelt schliefen wir schnell, bei der Musik von Heaven Shall Burn, die auf der Hauptbühne spielten, ein.

Die ersten Metaldays

Nach einem schnellen Frühstück fuhren wir Sonntag morgen nach Tolmin, zu den Metaldays. Unser Zelt war dank meinzeltstehtschon.de bereits in bester Lage aufgebaut. Wir richteten uns mit Luftmatratze, Schlafsäcken, Campingkissen, Sonnensegel, Campingstühlen und einem Tisch häuslich ein, bevor wir unser Schlauchboot aufpumpten und uns in der Soça abkühlten. Den Nachmittag nutzen wir für die Erkundung des Festival-Geländes und letzte Einkäufe. Abends saßen wir in gemütlicher Runde bei den „Sau-Kepp“ vom Nachbarzelt.

Den Montag begannen wir mit einem Frühstück in Tolmin, gefolgt von einer Wanderung zur Tolminka Klamm und zum Gasthaus Pri Jezero(?), wo wir zur Mittagszeit leckere Einheimische Spezialitäten aßen. Dort begann es sehr stark zu regnen.

Der Rückweg zum Eingang der Klamm führte uns über die Teufelsbrücke, wo der Regen langsam abnahm. Unten angekommen, kam die Sonne wieder raus, und das schöne Wetter hielt bis wir in Tolmin bei unserem Zelt ankamen. Kaum waren wir erschöpft in unsere Campingstühle gesunken, zog ein Sturm auf. Wir verbrachten ihn unter unserem Sonnensegel, welches nur stehen blieb, weil wir es von unten festhielten. Nach dem Sturm regnete es sich ein, und wir wärmten und trockneten uns im Zelt.

Am Abend kam wieder kurz die Sonne raus, und wir machten uns auf zur Hauptbühne, wo wir in toller Atmosphäre gerade noch das letzte Lied von Alcest hörten und etwas Geld am Merchandising-Stand zurückließen. Später sahen wir uns noch den Auftritt von Children of Bodom an. Die letzte Band des Abends, Opeth, verfolgten wir dann wegen Rückenschmerzen von unserem Zelt aus.

Der Dienstag begann um 05:11 Uhr als ein Spaßvogel sich ganz viele Freunde damit machte, Trompete-spielend über den Zeltplatz zu laufen. Zwei Stunden später standen wir auf. Es war bewölkt und kalt, weswegen wir uns auf die Suche nach den warmen Duschen machten, und uns dort gleich ein Wochenticket kauften. Nach Dusche und einfachem, aber ausgiebigem Frühstücksbuffet in einem Hotel im Dorf, machten wir uns mit unserem Boot, einer Wasserflasche mit Tschunk, und etwas Essen zur Soča. Dort hängten wir den Tschunk zum Kühlen ins Wasser, und unser Boot mit einem Karabiner-Haken an ein Seil, dass jemand über den ganzen Fluss gespannt hatte. In dieser Parkposition in der Mitte der Soča, genoßen wir warmes Wetter und einige Sonnenstrahlen, bevor wir wegen heranziehender Regenwolken flussabwärts zur Beach Bar paddelten. Als wir ankamen, begann es auch schon zu regnen, und den späten Nachmittag/Abend verbrachten wir im Zelt bzw. unter dem Sonnensegel. Die Bands die wir uns für diesen Tag vorgenommen hatten, ließen wir alkoholbedingt ausfallen.

In und um Kobarid

Am Samstag machten wir uns, nach einem schnellen Frühstück bei einem kleinen Café neben dem Hostel, auf den Rundweg um Kobarid. Vom Dorf geht es in Serpentinen, vorbei an mehreren Darstellung der Kreuzigung und Wiederauferstehung Jesu, hoch zur Kirche. Nach einer kurzen Pause und vielen Fotos dann weiter in den Wald, wo wir einen anstrengenden Abstecher zu einem hochgelegenen Aussichtspunkt machen. Leider lohnte sich die Mühe nicht, der Blick war nicht sooo toll. Wieder zurück auf dem Rundweg kommen wir bald an die nächste Sehenswürdigkeit: Einen Hügel mit Überresten einer alten Siedlung aus dem 5. Jahrhundert. Wir geniessen die Aussicht und das tolle Wetter bei einer Pause, lesen die Infotafeln und weiter geht’s. Der Weg wird jetzt steinig und es geht teilweise sehr steil bergab. Eine nasse, sehr rutschig wirkende Treppe umgehen wir, und kreuzen bald die Straße nach Bovec, über die wir angereist sind. Weiter geht es über eine Hängebrücke über die Soça, und an einem Seitenfluss entlang zu einem Wasserfall.

Hier macht der Rundweg kehrt, und führt zurück nach Kobarid. Kurz vor dem Dorf machen wir Rast bei einem Campingplatz. Zurück in Kobarid geht es erst in den Dorfsupermarkt, dann zu einem Nachmittagsschlaf ins Hostel. Abends essen wir, genau wie am Vortag, Pizza in der „besten Pizzeria im Tal“ (- mit dem lahmarschigsten Service des Landes).

Slowenien 2014 – Anreise geschafft!

Dieses Jahr haben wir auch bei der Hinfahrt nach Slowenien einen Zwischenstopp mit Übernachtung in München eingelegt.

Abends in München angekommen, ging es gemütlich Pizza essen bei der L’Osteria, und anschließend zur Eisdiele an der Münchener Freiheit. Dort bestellten wir zu dritt den „Freundschaftsbecher, für zwei die sich einig sind“. Die Portion war etwas größer, als wir uns das vorgestellt hatten…

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Heute ging es dann weiter nach Kobarid. Erst 370km Autobahn, dann ab Italien 50km über schmale Landstraßen und Serpentinen durch die Berge nach Slowenien. An der Grenze machten wir Halt, um die malerische Kulisse mit ein paar Fotos festzuhalten. 20140718-170745-61665492.jpg

Jetzt sind wir gerade im Hostel angekommen. Das W-LAN funktioniert einwandfrei, da fühlt man sich doch gleich wie zu Hause. 🙂

Nachher machen wir noch einen kleinen Spaziergang an der Soça, und für morgen haben wir uns den historischen Rundweg um Kobarid vorgenommen.

Nasvidenje Slowenien!

Da es heute schon seit dem frühen Morgen stark regnet werden wir vorzeitig die Heimreise über München antreten. Das ist natürlich schade, aber unsere ganzen Pläne lassen sich bei Dauerregen sowieso schlecht umsetzen. Das werden wir dann einfach beim nächsten Mal tun :).

 

So schön sah es noch am Ankunftstag aus
So schön sah es noch am Ankunftstag aus; Blick aus der Hofeinfahrt der Unterkunft

 

 

Ebenfalls am Ankunftstag
Ebenfalls am Ankunftstag

 

 

Überall Wasser

Seit zwei Tagen ist es hier sehr nass. Es ist echt erstaunlich, wie viel es hier regnen kann. Nicht umsonst ist Bohinj der regenreichste Ort in Slowenien. Bedingt ist dies durch seine Lage am Punkt, wo Mittelmeer- und Alpenluft aufeinandertreffen.
Heute morgen war es noch trocken, daher wagten wir uns erneut auf eine Wanderung. Mit dem Tourist Boat ging es rüber nach Ribcev Laz und von dort per pedes durch Stara Fuzina Richtung Mostnica-Schlucht. Die Wege in der Schlucht waren zum Teil selbst Bäche geworden, sodass wir mehr als froh waren über unsere wasserdichten Schuhe. Nachdem wir die Schlucht durchquert hatten, ging es ein wenig durch den Wald bergauf, bis dieser sich zum Voje-Tal hin öffnete. Wir hatten erwartet, dass dort zumindest ein paar richtige Wohnhäuser vorhanden sind. Dem ist aber nicht so. Ein wenig durchs ganze Tal verstreut findet man nur Almhütten, Heuschober und Ferienhäuschen. Ein wahrhaft idyllischer Anblick. Am Ende des Tals befinden sich zwei kleinere Wasserfälle. Durch die Regenfälle der letzten Tage waren sie aber gar nicht mehr so klein. Beim genaueren Betrachten des einen Wasserfalles wurden wir daher auch recht nass.
In der Nähe befand sich ein kleines, rustikales Cafe, in welchem man in einer umgebauten Heuharfe sitzen kann. (Heuharfen sind für Slowenien charakteristische Holzständer zum Heutrocknen. Wen das weiter interessiert siehe hier -> ). Dort ließen wir uns nieder, denn es war gerade Mittagszeit. Pascal bestellte eine Pilzsuppe und ich Kartoffeln mit hausgemachtem Quark. Beides war wahnsinnig lecker. So gut gestärkt ging es dann auf den Rückweg. Am Gasthaus am Eingang des Voje-Tals machten wir noch einen kleinen Halt und probierten den Heidelbeerstrudel. Auch das hat sich gelohnt :).
Statt wieder an der Mostnica entlang zu laufen nahmen wir dieses Mal die „Straße“ nach Stara Fuzina. Dort fand sich auch gleiche eine Möglichkeit auf den Rundweg um den See zu kommen, da wir den Weg zu unserer Unterkunft in Ukanc ebenfalls zu Fuß erledigen wollten. Über eine wunderschön gelegene Kuhweide ging es also weiter Richtung See. Auf dem Weg gab es überall Regenbäche zu durchqueren und die Steine und Baumwurzeln waren alle sehr rutschig. Auch gibt es momentan einen Wasserfall aus einer Felswand, den man nur bei Regenwetter sehen kann.
Abends zogen wir schon mal unser Abschlussessen in der hiesigen Pizzeria vor. Dort gibt es so ausgefallene Sachen wie Pizza mit Sauerrahm, Hirschsalami, Pfifferlingen, Knoblauch und Käse. Und natürlich guten Heidelbeerlikör :). Sehr zu empfehlen!

Bootsfahrt- Blick auf kleinen Wasserfall
Bootsfahrt- Blick auf kleinen Wasserfall
In Stara Fuzina
In Stara Fuzina
Mostnica-Schlucht
Mostnica-Schlucht
Voje-Tal
Voje-Tal
Lecker Essen
Lecker Essen
Zwei im Regen
Zwei im Regen
Ufer von Ukanc
Ufer von Ukanc

Berghütte mit Aussicht

Gestern hatten wir uns eine Wanderung zur Dom na Komni, einer Berghütte auf 1520m Höhe, vorgenommen. Wir starteten am Parkplatz der Hütte Koča pri Savici auf 653m, bei welcher auch der Pfad zum Wasserfall Slap Savica beginnt. Den haben wir uns aber für die nächsten Tage aufgehoben.

Auf einem alten Mulipfad ging es in endlosen Serpentinen (ca. 48 Wegkehren) den Berg hinauf. Wir hatten uns einen langsamen aber stetigen Aufstieg vorgenommen, was wir auch gut durchhalten konnten. Alle Slowenen sind natürlich wieder an uns vorbeigezogen. Und auch die Wegzeiten auf slowenischen Schildern treffen wohl nur für Einheimische zu, welche die Berge hoch- und runter rennen. Wir hätten laut Ausschilderung nur 2:30h für den Aufstieg brauchen sollen.

Nach 3:10 h waren wir endlich oben. Gerade das letzte Stück war noch mal sehr anstrengend, weil man viel über Felsen steigen musste. Aber der Ausblick entschädigte für alles. Im Osten sahen wir den See von Bohinj und rundherum hatten wir herrlichstes Bergpanorama.

Blick von der Dom na Komni auf den See von Bohinj
Blick von der Dom na Komni auf den See von Bohinj

 

Panoramafoto aufgenommen bei der Dom na Komni
Panoramafoto aufgenommen bei der Dom na Komni

In der gemütlichen Hütte nahmen wir dann erst einmal eine deftige Stärkung zu uns. Pascal bestellte Frankfurter Würstchen und Pommes, ich probierte die Krainer Würste mit Sauerkraut. Das war echt das leckerste Sauerkraut, welches ich je gegessen habe :). Und angesichts der Anstrengungen war der hohe Fettgehalt der Würste auch zu verschmerzen ;).

Nach ca. einstündigem Aufenthalt machten wir uns zügig an den Abstieg, denn für abends war Regen gemeldet. Bergab kamen wir deutlich schneller voran und waren nach 1:50h wieder unten am Parkplatz. Der Regen fing zum Glück erst an, als wir schon längst wieder in unserer Unterkunft waren.

Blick auf den See während des Abstiegs
Blick auf den See während des Abstiegs

Heute morgen hat es ebenfalls geregnet und es scheint ein sehr durchwachsener Tag zu werden. Also genau richtig für einen gemütlichen Tag und viel Zeit zum Ausruhen unserer müden Beine :).

Der Vogel im Nebel

Heute früh machten wir uns zeitig aus dem Haus um genug Zeit für einen Ausflug zum 1922m hohen Berg Vogel zu haben. Mit der Gondelbahn (fährt halbstündlich) ging es zunächst auf 1535m Höhe und dann mit dem Sessellift noch etwas weiter zum Aussichtspunkt Orlova Glava auf 1692m. An der Bergstation des Sessellifts weidete eine sehr zutrauliche Schafherde, die leider bald von einem verrückt-spielenden Hund davon getrieben wurde.

Panorama von der Bergstation der Gondelbahn
Panorama von der Bergstation der Gondelbahn

 

Anika und ein zutrauliches Schaf
Anika und ein zutrauliches Schaf

 

Pascal mit Schaf
Pascal mit Schaf

 

Lämmchen
Lämmchen

 

Schafherde am Lift Orlova Glava
Schafherde am Lift Orlova Glava

 

Panoramafoto
Panoramafoto

 

Traumhafte Aussicht
Traumhafte Aussicht

Von dort ging es dann zu Fuß den gut beschilderten, aber sehr steinigen Wanderweg entlang Richtung Vogel. Eine erste Rast machten wir bei der Bergstation vom Skilift „Sija“, kurz danach ging es über den Gipfel des 1800m hohen „Visoki Orlov rob“ bis kurz unter den Gipfel des 1880m hohen Sija. Hier zogen auf einmal Wolken von Richtung Süden über die Hänge hinab, es wurde kalt und teilweise ziemlich windig. Gut eingepackt ging es weiter den Schildern Richtung „Vogel“ nach, zuerst recht flach, dann zunehmend steinig und plötzlich über mit Eisengriffen und -tritten versehene (aber nicht sehr hohe) Felsen bergab.

Weg Richtung Vogel
Weg Richtung Vogel

 

Ganz schön steil
Ganz schön steil

Die Höhenmeter die wir durch diesen Abstieg verloren haben, mussten wir auch gleich wieder hinauf. Von Sonne und blauem Himmel war immer noch keine Spur. Da jetzt abzusehen war, dass wir auf dem Vogel nur Nebel, und keine schöne Aussicht haben werden, drehten wir um und gingen zurück bis zu einer Kreuzung. Hier war der Weg bergab zur Alm „Zadnij Vogel“ ausgeschildert.

Kaum auf dem Weg zur Alm, hörten wir von oben lautes Gemecker: Von oben herab kam eine Ziegenherde. Die vorderen Ziegen hatten es nicht sehr eilig, und machten hier und da zum futtern kurz Halt. Zwei hielten auch kurz bei Anika und liessen sich Streicheln. Die Nachzügler hatten es dann deutlich eiliger und schossen mit einem atemberaubenden Tempo an uns vorbei ins Tal. Fast zuletzt kam der Bock, den man am langen, zotteligen Fell und dem intensiven Geruch erkennen konnte. Hinter ihm, weit oben am Berg waren noch zwei Nachzügler, die eine Meinungsverschiedenheit auszutragen hatten und deshalb nicht weiterliefen. Sie stiegen mehrmals in die Luft und knallten weit hörbar mit ihren Hörnern aneinander, bis sie vom Hirten weiter getrieben wurden.

Ziegen
Ziegen

Als wir uns der Alm näherten, war von den Ziegen keine Spur mehr. Stattdessen lagen einige Kühe gemütlich kauend im Gras, und versuchten sich von den vielen Fliegen zu befreien, die sie pisackten. Wir kamen an eine Hütte mit gemütlichen Bänken, viel Betrieb und günstigem Bier – leider eine geschlossene Gesellschaft wie sich schnell rausstellte. Hundert Meter weiter kamen wir dann an die richtige Hütte – ein kleiner Bauernhof mit Weideplatz, Pferdeunterstand und einigen gemütlichen Tischen und Bänken vor dem Haus.

Pascal mit Kuh
Pascal mit Kuh

 

Zadnij Vogel
Zadnij Vogel

Auf Empfehlung der englischsprechenden, slowenischen Sitznachbarn bestellte ich irgendwas weißes, augenscheinlich Quarkiges mit Brot. Ich bekam eine riesige Schüssel voll mit komischem Milchglibber inkl. gelber Milchhaut serviert. Auch mit Brot konnte ich nur knapp die Hälfte davon runterkriegen. Anika meint, es war Dickmilch. Ich meine es war „Bäh!“.

Nach dem Essen probierte ich noch etwas von dem selbstgemachten Käse (den man auch im ganzen Laib kaufen konnte), und wir machten uns weiter auf den Weg zurück zur Bergstation der Gondelbahn, wo Anika (die auf der Alm nichts gegessen hatte) einen Palatschinken mit Schokosauce (im Vergleich zu den bei uns bekannten Crepes mit Nutella fürchterlich süß!) aß, bevor wir mit der nächsten Gondel hinab ins Tal fuhren. Da wir noch für morgen Einkaufen mussten, liefen wir unten angekommen zur Bushaltestelle, um festzustellen, dass wir noch Ewigkeiten auf den Bus warten müssen.

Wir versuchten unser Glück per Anhalter, und ein netter Schweizer der gerade wegen der Basketball EM im Lande ist, nahm uns mit bis ins Dorf auf der anderen Seite des Sees, wo es einen Mercator gibt. Nach dem Einkauf mieteten wir uns ein Kanu und fuhren eine halbe Stunde auf dem See herum, was ziemlich anstrengend war, da das Kanu irgendwie einen Drehwurm hatte und ständig unkontrolliert zur einen oder anderen Seite abdrehte. Wir kamen trocken wieder beim Bootsverleih an, und nahmen dann das Touristenboot um wieder ans andere Ende des Sees zu kommen.

Abendstimmung am See
Abendstimmung am See

 

Blick vom Tourist Boat zur Kirche am östlichen Seeufer
Blick vom Tourist Boat zur Kirche am östlichen Seeufer

Vom Mittelmeer zurück in die Berge

Nachdem wir gestern ein zweites Mal in Piran waren – diesmal zum Bummeln & Baden – sind wir heute wieder in Richtung Berge aufgebrochen. Unterwegs machten wir Halt bei den Höhlen von Postojna:

Die Höhlen von Postojna […] liegen in der Nähe der slowenischen Stadt Postojna […]. Im dortigen Karstgebiet befinden sich die zweitgrößten für Touristen erschlossenen Tropfsteinhöhlen der Welt […]. Der erschlossene und ganzjährig für den Tourismus geöffnete Teil umfasst über 20 km an Höhlengängen und wird zum Teil mit einem Zug befahren.

Quelle: Wikipedia

In den Höhlen von Postojna
In den Höhlen von Postojna

 

Ein Grottenolm
Ein Grottenolm

Unser Weg Richtung Bohinj führte uns dann an Lubljana vorbei und noch einmal durch Bled hindurch und anschließend über viele Kurven und winzige Dörfer zu unserer Unterkunft. Nachdem wir unsere Sachen aus dem Auto geräumt hatten, machten wir noch einen kurzen Spaziergang zum See.

Abends am See von Bohinj
Abends am See von Bohinj
Blick vom See Richtung Westen
Blick vom See Richtung Westen
Spiegelung des Abendhimmels im See
Spiegelung des Abendhimmels im See

Ausflug nach Piran

Heute ging es mit dem Bus in die wirklich sehenswerte Nachbarstadt Piran. Diese ist prinzipiell autofrei, was man aber nur bedingt gemerkt hat. In einem Reiseführer stand treffenderweise, dass fast jeder Einheimische eine Sondergenehmigung zu haben scheine. Aber stressfreier war die Anreise mit dem Bus auf jeden Fall, zudem die Bushaltestelle nur wenige Meter von unserer Wohnungstür entfernt liegt.
Der Bus ließ uns gleich am Hafen von Piran raus, von wo aus wir weiter Richtung Stadtmitte spazierten. Im Hafenbecken waren einige riesige Quallen unterwegs. Schon bald waren wir am zentralen Platz, dem Tartini-Platz Pirans, der von hübschen Häusern umgeben ist. Eines davon ist im venezianischen Stil erbaut worden und war ein Geschenk eines Kaufmannes an seine Geliebte. Vom Tartini-Platz aus ging es durch ein Wirrwarr enger Sträßchen und Gassen bergauf bis zur Kirche, die mit den Stadtmauern die höchsten Punkte der Stadt bildet. Von dort hat man einen tollen Blick über die Stadt hin zum Meer. In der anderen Richtung kann man sogar bis nach Italien sehen.
Der Hunger trieb uns schon bald wieder runter in die Stadt und wir stärkten uns mit leckerer Pizza.

Hafen von Pirat
Hafen von Piran
Venezianisches Haus in Pirat
Venezianisches Haus in Piran
Idyllische Gässchen
Idyllische Gässchen
Blick über die Stadt
Blick über die Stadt
Stärkung muss sein!
Stärkung muss sein!
Bunte Häuser in Pirat
Bunte Häuser in Piran

Nach eingehender Prüfung der Wassertemperatur an einer der zahlreichen Badestellen machten wir uns dann auf den Heimweg. Das Schwimmen muss bis morgen warten ;).
Am späten Nachmittag brachen wir erneut auf, um den Secovlje Salina National Park zu besichtigen. Diese Saline ist in den Sommermonaten teilweise noch in Betrieb, das restliche Gebiet ist nun ein Naturschutzgebiet, welches salzliebenden Pflanzen und vielen Wasservögeln Lebensraum bietet.

Salzgewinnung
Salzgewinnung
Abendstimmung I
Abendstimmung I
Abendstimmung II
Abendstimmung II

Und da wir gerade so nah an der Grenze zu Kroatien sind, mussten wir natürlich einfach mal die Grenze überqueren. Dabei mussten wir sogar je zwei Mal pro Richtung unsere Pässe vorzeigen.

Beweisfoto ;)
Beweisfoto 😉

Am Mittelmeer

Heute war nun also unser erster ganzer Tag in Portoroz. Erst am Nachmittag fühlten wir uns fit für einen Ausflug und wagten einen Spaziergang entlang des Yachthafens und der Uferpromenade. Der Yachthafen ist einer der größten und modernsten an der Adria. Die Uferpromenade war sehr touristisch, sehr voll und zu großen Teilen war kein Sandstrand vorhanden. Da gefällt es uns in unserem Vorort Lucija deutlich besser. Danach wollten wir noch einen slowenischen Lidl kennen lernen. Die 1,7 km dorthin entpuppten sich bei der ungewohnten Hitze als recht lang und mehr als einmal wünschten wir uns das Auto herbei. Aber auch der längste Weg geht vorbei und so erreichten wir mit neuen Vorräten wieder unser Apartment.
Den Abend ließen wir gemütlich auf der Terrasse ausklingen, wobei wir vom pfeifenden Papagei in der Nachbarschaft unterhalten wurden.

Blick auf Portoroz
Blick auf Portoroz

 

Panorama der Uferpromenade in Portoroz
Panorama der Uferpromenade in Portoroz

Wo die weißen Rösser wohnen

Auf dem Weg nach Portoroz machten wir einen Stopp in Lipica, welches in der Karstregion unweit der italienischen Grenze liegt. Warum ausgerechnet dort? Nun, da befindet sich eines der ältesten Gestüte der Welt. Seit 1580 werden dort Lippizaner gezüchtet, wobei früher aber noch kein Zuchtziel der weißen Fellfarbe bestand. Die weißen Pferde werden vor allem für die klassische Dressur und die sogenannte Hohe Schule eingesetzt. In Lipica gibt es aktuell 360 Pferde.
Wir kamen gerade um die Mittagszeit am Gestüt an und beschlossen, uns erst einmal im Restaurant zu stärken. Dies sollte sich nicht als die beste Idee herausstellen…
Danach konnten wir die Gestütsführung um 13:00 mitmachen, sogar in deutscher Sprache. Es ging kurz in einige Bereiche des Gestütes und stellenweise wurden ein paar Sachen erklärt. Wirklich etwas Neues hat man nicht erfahren. Die riesige Stutenherde mit Fohlen war leider weit weg auf der Koppel, so konnte man nur kurz einen Blick auf die Kutschpferde, Reitschulpferde und die Deckhengste werfen. Die Haltungsbedingungen waren teilweise echt erschreckend. Während die Zuchtstuten ein perfektes Leben auf Koppeln und im Laufstall genießen, müssen Kutsch- und Reitschulpferde angebunden in Ständern ausharren.
Alles in allem waren wir von der Führung eher enttäuscht, da nur wenige Pferde zu sehen waren und kaum Interessantes vermittelt wurden – weder für mich als Pferdeliebhaberin noch für Pascal als Nichtpferdemensch ;). Auch das Museum war nicht besonders interessant.
Schnell ging es weiter zu unserer nächsten Ferienwohnung in Portoroz. Sie befindet sich im Ortsteil Lucia, welches nahe des Yachthafens liegt. Der Blick über die mediterran bewachsenen Hügel ist echt traumhaft. Aber leider können wir das Meer wegen der ganzen Bäume und Häuser nicht von unserer Terrasse aus sehen.
Kaum angekommen bekam Pascal Magen-Darm-Probleme und weihte gleich die Kloschüssel ein ;). Jetzt geht es ihm zum Glück schon besser. Wir nehmen an, dass es am Mittagessen lag.

Lippizaner auf der Weide
Lippizaner auf der Weide
Stutenstall in Lipica
Stutenstall in Lipica
Blick über Lucija
Blick über Lucija

Der letzte Tag in Bled

Heute ist unser letzter Tag in Bled. Auf dem Plan steht eine Fahrt auf die Pokljuka-Hochebene mit Wanderung auf den 2050m hohen Viševnik sowie zur Hütte Blejska koča auf der Planina Lipanca. Leider haben wir keinen Proviant mehr, und so habe ich mir den Wecker auf 07:00 Uhr gestellt um morgens früh gleich einkaufen zu gehen (in Slowenien dürfen Geschäfte auch Sonntags öffnen).

Als ich aufwache fühle ich mich von den Strapazen der letzten Tage ziemlich erschlagen – Anika geht es nicht anders. Draußen ist es bewölkt, grau und nicht sehr warm. Ich komme leider zu früh zum Supermarkt – er öffnet erst um 08:00 Uhr. Also gehe ich an den See und beobachte wie die Enten und Schwäne langsam aufwachen. Nach 20 Minuten fängt es an zu regnen, und so mache ich mich wieder auf den Weg zum Supermarkt und kaufe Wasser und Brötchen fürs Frühstück.

Verschlafene Enten und Schwäne
Verschlafene Enten und Schwäne

 

Noch mehr verschlafene Enten
Noch mehr verschlafene Enten

Nach dem Frühstück beschließen wir, den Tag ruhig angehen zu lassen und uns erstmal zu erholen. Wir spazieren am See entlang zum Kunst- & Handwerkermarkt und wieder zurück in unsere Ferienwohnung, wo wir an den fehlenden Berichten der letzten Tage schreiben.

Nachmittags geht’s bei wechselhaftem Wetter nochmal kurz zum See zu Kaffee (bzw. Kaba) und Kuchen sowie zu kurzem Bummel durch einige Geschäfte. Morgen fahren wir dann ans Mittelmeer nach Portorož, und machen auf dem Weg dorthin halt beim Gestüt Lipica.

Heissgetränk und Kuchen direkt am See
Heissgetränk und Kuchen direkt am See

 

Abschiedsfoto - ein letzter Blick auf den Bleder See
Abschiedsfoto – ein letzter Blick auf den Bleder See

Entlang der Soča

Nachdem heute abend in Bled ein Halbmarathon stattfindet und wir mit gesperrten Straßen und vielen Sporttouristen rechnen, machen wir uns mit dem Auto auf ins 64km entfernte Trenta zu einer Wanderung an der Soča.

Der Weg nach Trenta führt uns über den Vršič-Pass. Dieser schlängelt sich mit seinen 50 Haarnadelkurven auf eine Höhe von 1611m und dann hinab ins Soča-Tal und ist für sich schon eine Attraktion. Auf dem Weg nach oben treffen wir in einer der Haarnadelkurven Kühe (Video), die völlig entspannt, kauend auf der Straße stehen und gar nicht wirklich Notiz von den vielen Radfahrern, Motorradfahrern und Autos zu nehmen scheinen.

Aussicht von einer Haarnadelkurve des Vršič-Passes
Aussicht von einer Haarnadelkurve des Vršič-Passes

Nach etwas Sucherei finden wir gegen mittag einen guten Einstiegspunkt in den ca. 20km langen Wanderweg „Soča Pot“ im Örtchen Trenta Na Logu, wo es auch genug Parkmöglichkeiten gibt. Hier fließt die türkisblaue, noch kleine Soča recht gemütlich in einem breiten, strahlend weißen Flußbett.

Unser Weg führt uns immer weit genug entfernt vom Lärm der Straße, bergab am Fluß entlang. Unterwegs kreuzen wir die Soča mehrfach auf schwingungsfreudigen holzbeplankten Hängebrücken.

Anika beim Überqueren einer Hängebrücke
Anika beim Überqueren einer Hängebrücke

Anfangs ist es meist flach, doch nach einer Weile führt der Weg links steil im Zick-Zack den Hang hinauf, und wir sind froh unsere Wanderschuhe angezogen zu haben. Erschöpft erreichen wir den Infopunkt „Below horse’s head“ 100m über dem Fluß und merken, dass wir unseren Zeitplan (letzter Bus nach Trenta am Zielort Bovec um 17:30) wohl nicht einhalten können. Von hier geht es wieder steil hinab zur Soča, die weiter flußabwärts zu einem kleinen Rinnsal wird und schließlich verschwindet, um dann ganz plötzlich wieder im Flußbett aufzutauchen.

Wir erreichen das Camp Korita, erfrischen uns kurz am Fluß und machen uns gleich wieder auf den Weg. Die Soča verschwindet bald weit unter uns im Fels, in den sie sich hineingefressen hat, und ist nun nur noch sehr selten zu sehen. Bei einer kurzen Rast, bei der wir unsere Wasservorräte bis auf einen kleinen Notfallschluck aufbrauchen, wage ich mich für ein paar Fotos in die Mitte einer verrosteten Hängebrücke mit verwitterten Holzplanken.

Die Soča weit unten im Fels
Die Soča weit unten im Fels

Mit schmerzenden Füßen erreichen wir nach einigem auf und ab eine Straße, an der ein Reiterhof ausgeschildert ist. Weiter flußabwärts bemerken wir Menschen, die von Felsen hinab in den Fluß springen und baden. Die Soča kommt hier aus dem tiefen Felsspalt heraus und fließt in ein breites türkisfarbenes Becken um sich dann in dem sehr breiten Flußbett zu teilen und um lange weiße Inseln herumzufließen auf denen einige Leute grillen. Hier können wir endlich unser Wasser auffüllen.

Badestimmung
Badestimmung

Weiter gehts, vorbei an einem Campingplatz und einigen versteckt gelegenen Häusschen über einen Feldweg an der mittlerweile sehr breiten Soča entlang. Gegen 17:30 führt unser Weg über eine weitere Hängebrücke. Hier sind wir seit langem mal wieder direkt an der Straße zwischen Bovec und Trenta, und treffen einige Urlauber die hier eine kurze Rast machen.

Am Ende
Am Ende

Wir beschließen, hier eine Mitfahrgelegenheit zurück nach Trenta zu unserem Auto zu suchen, was auch sofort klappt. Ein nettes älteres Ehepaar aus Essen – gerade auf dem Weg zurück nach Österreich – nimmt uns mit. Die Orte, an denen wir in 5 1/2 Stunden Wanderung vorbeigekommen sind, fliegen nur so an uns vorbei, und im Nu sitzen wir wieder im eigenen Auto in Trenta und machen uns auf den Rückweg über den Vršič-Pass.

Ganz oben auf dem Pass ist jetzt wenig los – wir finden leicht einen Parkplatz und genießen die tolle Aussicht. Auf dem Weg nach unten treffen wir wieder auf die Kuhherde, die es sich jetzt einige Serpentinen weiter oben gemütlich gemacht hat. Ein paar Fotos später geht es zurück nach Bled, wo wir nach einem schnellen Abendessen sofort erschöpft ins Bett fallen.

Aussicht vom höchsten Punkt des Vršič-Passes
Aussicht vom höchsten Punkt des Vršič-Passes

Ungeplante Anstrengungen

Nach dem anstrengenden Tag gestern, wollen wir es heute etwas ruhiger angehen. Nach dem Frühstück machen wir uns deshalb bei perfektem Wetter auf zum Bootsverleih am Südufer des Blejsko jezero (Bleder See) und mieten uns für eine Stunde ein Ruderboot. Nach 15 Minuten rudern kommen wir auf der Insel an. Eigentlich wollten wir die Glücksglocke im Turm der Marienkirche läuten, aber 6€ pro Person war uns dann doch etwas zuviel dafür. Nach einer Inselerkundung und einigen Fotos setzen wir unseren Weg im Ruderboot fort. Wir umrunden die Insel auf der Suche nach einer guten Position für ein Foto von Insel und Burg Bled im Hintergrund. Schon bald ist die Mietzeit fürs Boot zu 3/4 rum, weshalb es etwas sportlicher zurück zum Ufer geht.

Panoramafoto auf dem Weg zum Bootsverleih
Panoramafoto auf dem Weg zum Bootsverleih

 

Anika auf der Insel im Bleder See
Anika auf der Insel im Bleder See

Nach einem leckeren Mittagessen in dem Restaurant am Bootsverleih, beschließen wir einen gemütlichen Spaziergang auf dem beschilderten Rundweg mit der Nummer 6 zu machen. Schnell finden wir den Anfang des Rundwegs, und genauso schnell kommen wir an einen sehr steilen Hang den wir im Zick-Zack erklimmen. Bald wird es felsig und es gibt Stahlseile zum festhalten. Etwas höher ist der  Weg dann mit einem Holzgeländer gesichert bevor eine laaange Stahltreppe auftaucht. Die Treppe wird zur Mitte hin immer steiler, so das man schon bald wie auf einer Leiter die Hände zu Hilfe nehmen muss. Oberhalb dieser Treppe werden unsere Anstrengungen mit einer Bank zum Ausruhen und einem tollen Panoramablick belohnt.

Blick auf den See vom Aussichtspunkt Mala Osojnica
Blick auf den See vom Aussichtspunkt Mala Osojnica

Nach einer Pause setzen wir unseren Weg fort, und kommen zum Aussichtspunkt „Mala Osojnica“. Einige Fotos später geht es weiter Richtung Gipfel. Der Weg zieht sich ganz schön, und nach einer gefühlten Ewigkeit kommen wir am Gipfel des Osojnica an. Hier hat man nur eine vergleichsweise unspektakuläre Aussicht auf ein paar bewaldete Berge – vom See und den beeindruckenden Gipfeln der jülischen Alpen ist (fast) nichts zu sehen. Der „Rundweg“ führt uns auf dem selben Pfad wie beim Aufstieg zurück Richtung Mala Osojnica, wo sich der Weg wieder teilt. Wir wählen den uns noch unbekannten Weg hinab, der uns am steilen Gipfel des etwas niedrigeren Bergs Ojstrica vorbei führt. Während ich für ein Panoramafoto den kurzen Umweg auf den Gipfel mache, ruht sich Anika an der Wegkreuzung aus.

Blick auf den See vom Gifpel des Bergs Ojstrica
Blick auf den See vom Gifpel des Bergs Ojstrica

Anschließend setzen wir den Weg nach unten fort und kommen nur wenige Meter von unserem Startpunkt wieder an den Bleder See. Hier hängen wir unsere schmerzenden Füße ins kühle Wasser und erfrischen uns am Bootsverleih mit einem eiskalten Radler (hier in Slowenien nur mit Grapefruit erhältlich).

Eine Wohltat für die geschundenen Füße
Eine Wohltat für die geschundenen Füße

Wanderlust

Nach einem gemütlichen Frühstück ging es auf in Richtung der Pokljuka-Hochebene, wo wir eigentlich dem Naturlehrpfad folgen wollten. Wir waren froh, überhaupt das aus einem Haus und einigen Holzschuppen bestehende Startdorf gefunden zu haben und stürzten uns gleich auf den ersten Wegweiser. Der Weg wurde gleich recht abenteuerlich und wir mussten über zwei Baumstämme steigen. Irgendwann fiel uns auf, dass die Wegweiserpfeile plötzlich in die falsche Richtung zeigen. Und dann waren sie ganz weg. Wir entschieden uns dann, einfach dem Kiesweg zu folgen. Zwar war’s das dann mit dem Naturlehrpfad, dafür entdeckten wir eine ganz tolle Gegend. Zuerst passierten wir die Alm („Planina“) Kranjska Dolina.

Planina Kranjska Dolina
Planina Kranjska Dolina

 

Kühe nahe der Planina Kranjska Dolina
Kühe nahe der Planina Kranjska Dolina

 

Noch mehr Kühe nahe der Planina Kranjska Dolina
Noch mehr Kühe nahe der Planina Kranjska Dolina

Ganz in der Nähe leistete uns eine Kuhherde Gesellschaft bei unserer ersten Rast. Frisch gestärkt ging es dann Richtung Planina Javornik weiter. Diese liegt vor einer wunderschönen Bergkulisse. Am liebsten hätten wir sofort dort eine Hütte gemietet ;).

Raupe Nimmersatt
Raupe Nimmersatt

 

Blick über die Planina Javornik auf die Berge
Blick über die Planina Javornik auf die Berge

 

Panoramafoto der Planina Javornik
Panoramafoto der Planina Javornik

 

Pascal mit Kuh auf der Planina Javornik
Pascal mit Kuh auf der Planina Javornik

 

Heidi K(l)uh(m) - hat extra brav für die Kamera posiert. (Planina Javornik)
Heidi K(l)uh(m) – hat extra brav für die Kamera posiert. (Planina Javornik)

Nach dieser Wanderung fuhren wir wieder ins Tal, um die Pokljuka-Klamm bei Krnica anzuschauen. Vom Parkplatz aus führte ein mehr als abenteuerlicher Weg bis zur engsten Stelle der Klamm. Über Wurzeln, Steine und Geröll erreichten wir einen Felsenkessel, der auf den ersten Blick geschlossen erscheint. Jedoch bietet er einen winzigen Durchgang, durch den früher das Wild bei Jagden verschwand. Für uns gab es einen hölzernen Steg („Galerija“) durch den Durchgang in ca. 50m Höhe. Teilweise musste man Angst haben, dass man zwischen den Felswänden stecken bleibt. Hinter den Felswänden öffnete sich wieder wunderschöner farnbewachsener Wald.

Panoramafoto auf dem Weg zur Pokljuka Klamm
Panoramafoto auf dem Weg zur Pokljuka Klamm

 

Auf dem Weg zur Pokljuka Klamm
Auf dem Weg zur Pokljuka Klamm

 

Pokljuka Klamm
Pokljuka Klamm

 

Engste Stelle der Pokljuka-Klamm
Engste Stelle der Pokljuka-Klamm

 

Pascal beim Photographieren der Pokljuka-Klamm
Pascal beim fotographieren der Pokljuka-Klamm

Den Abschluss bildete ein Besuch der Vintgar-Klamm. Diese ist touristisch gut erschlossen und die Wege aus Holzstegen bzw. Stein sind ohne große Mühen zu bewältigen. Leider muss man die Wege hier jedoch – ganz im Gegensatz zur vorigen Wanderung – mit vielen anderen Besuchern teilen. Trotzdem ist auch diese Klamm wunderschön.

Panorama der Vintgar Klamm #1
Panorama der Vintgar Klamm #1

 

Panorama der Vintgar Klamm #2
Panorama der Vintgar Klamm #2

 

Wassertemperaturprüfung
Wassertemperaturprüfung

 

Wassersperre am Ende der Vintgar-Klamm
Wassersperre am Ende der Vintgar-Klamm

 

Vintgar Klamm
Vintgar-Klamm

In der Stadt der Drachen

Heute waren wir in Ljubljana. Es fing schon mal alles gut an – der Bus kam viel zu spät, Pascal hat sich über die lange Busfahrt (ohne Beinfreiheit, dafür mit Halt an jedem zweiten Hühnerstall) aufgeregt und in Ljubljana empfing uns Regen. Aber es wurde trotzdem noch ein schöner Tag.

Auf dem Weg in die Altstadt fanden wir – oder eher ich 😉 – einen toll sortierten Bastelladen. In dem riesigen Stempelsortiment konnte ich mich kaum entscheiden, aber man kann ja nicht alles mitnehmen…

Kirche in Ljubljana
Kirche in Ljubljana

Bald darauf liefen wir über die Drachenbrücke in die Altstadt und schlenderten ein bisschen durch die Gassen. Im Café Romeo stärkten wir uns mit leckerem Chili con Carne. Und dann war der Regen auch endlich vorbei! So machte die restliche Stadttour auch deutlich mehr Spaß.

Brauch jemand Schuhe?
Brauch jemand Schuhe?

 
Blick auf die drei Brücken
Blick auf die drei Brücken

 
Panorama bei den drei Brücken
Panorama bei den drei Brücken

 
Ein Drachen!
Ein Drache!

Zurück ging es mit dem Zug, da Pascal auf keinen Fall mehr Bus fahren wollte *g*. In Lesce-Bled entdeckten wir dann noch den großen Supermarkt TUS (www.tus.si :D). Dort fanden wir die Überraschung des Tages, nämlich die leckerste Schokoladensorte der Welt: Milka Chocolate-Swing Barquillo/Wafer. Diese hatten wir in Spanien entdeckt und leider gibt es sie nicht in Deutschland. Dann fanden wir noch eine neue Sorte. Chocolate-Swing Cookie. Die ist auch nicht zu verachten ;). Wir werden wahrscheinlich mit einem Kofferraum voller Schokolade zurückkommen ;).

Die leckerste Milka der Welt!
Die leckerste Milka der Welt!

Regen? Fehlanzeige!

Heute sollte es eigentlich fast den ganzen Tag regnen und gewittern. Dementsprechend waren unsere Erwartungen eher gering. Umso mehr haben wir uns gefreut, als heute morgen die Sonne zu erblicken war. Und bis auf ein paar winzige Tropfen blieb es heute auch so, ein ständiger Wechsel aus Wolken und Sonne, was zum Herumspazieren geradezu ideal war.

Nach dem Frühstück sind wir zu einer gemütlichen Runde um den See aufgebrochen und bestaunten das leuchtend grüne Wasser sowie Fische, Enten und Schwäne. Mittags gingen wir in die Pizzeria Gallus und gönnten uns je eine slowenische Riesenpizza – superlecker und jedem zu empfehlen!

 

Seepanorama
Seepanorama

 

Schloss und Kirche St. Martin
Schloss und Kirche St. Martin

 

Seepanorama II
Seepanorama II

 

Otok - Die Insel im See
Otok – Die Insel im See

Am Nachmittag stand dann der Aufstieg zur Burg auf dem Programm. Statt der veranschlagten 15 Minuten brauchten wir noch nicht mal 10 Minuten, was sich aber auch in einem zeitweisen Puls von 170 niederschlug… Oben angekommen konnten wir einen tollen Blick auf den See und die Insel darin genießen. Weil es aber zunehmend windig wurde, machten wir uns wieder auf den Rückweg. Unten angekommen ging es dann mit Eis und Moccacino auf die nächste Bank am Wasser. Urlaub ist schon etwas Schönes :).

 

Blick von der Burg
Blick von der Burg

Unterwegs in Deutschland- Ragnarök in Lichtenfels

Hallo allerseits nach langer Stille hier an diesem Ort….

Aber nun habe ich endlich mal wieder Zeit, einen neuen Eintrag zu schreiben :).

Gestern sind Pascal und ich mit dem Zug nach Lichtenfels/Franken aufgebrochen. Leider hat wie so oft auf Bahnreisen nicht alles geklappt. Wegen einer Streckensperrung bei Hanau hatten wir Verspätung und haben natürlich den Anschlusszug nicht mehr bekommen *grummel*. Das machte dann eine Ankunftszeit von einer Stunde später. Aber naja, Hauptsache angekommen :).

Unser Hotel, das City Hotel Lichtenfels, liegt direkt am Bahnhof, was natürlich extrem praktisch ist. Das Gebäude ist ein ehemaliges Bahnhofsgebäude. An sich ist es echt nett hier, das Personal ist nett und das Frühstück sehr lecker (Obstsalat am Morgen *yippieh*). Nur die Betten könnten etwas härter sein…  Ein extremer Ruhefanatiker sollte man auch nicht sein, denn ab und zu rauscht schon mal ein Güterzug vorbei oder die nette Dame von der Bahn macht ihre Ansage. Auch hört man es durchaus, wenn die Zimmernachbarn am Tag zuvor etwas zu stark dem Alkohol zugeneigt waren… ^^.

Das Ragnarök findet in der Stadthalle statt und ist angeblich das größte Paganmetal-Festival der Welt, mit 4.000 bis 5.000 Besuchern aber recht klein. Mir kommt es jedenfalls nicht so groß vor. Das Gelände liegt vllt. 10 Laufminuten von unserem Hotel entfernt, sodass wir immer hin- und herlaufen können. Gestern endete unser Festival schon recht früh gegen 22 Uhr, denn nach Agalloch waren wir total müde, was auch an deren meditativ-schöner Musik lag ^^. Insgesamt ist das hier echt eine Festival-Deluxe-Erfahrung und ich muss zugeben, dass ich die Dixieklos nicht unbedingt vermisse ;).

Gestern haben wir ein bisschen die „Stadt“ erkundet. Lichtenfels ist recht beschaulich, hat aber eine schöne Fußgängerzone, wo man alles Nötige einkaufen kann und es gibt genug Cafés zum gemütlichen Rumsitzen.

So, dann müssen wir uns langsam mal fertig machen, denn um 13:30 geht’s für uns wieder los!

 

Fotografische Reisezusammenfassung II

Die folgenden Bilder wurden alle während der Forschungsphase in Korogwe und Muheza aufgenommen.

Nun endlich kann ich mich wie eine Tansanierin kleiden!
Landschaft bei Mlinganyi
Sisalplantagen so weit das Auge reicht
Webervögel in Muheza
Maasai mit Rinderherde
Unser Besuch in Korogwe stieß bei den Kindern auf große Begeisterung
Kälbchen streicheln nach getaner Arbeit 😉

Fotografische Reisezusammenfassung I

So, nun bin ich schon einige Tage wieder zurück und bin leider etwas erkältet. Ist echt einiges kälter hier, aber trotzdem ist es schön zurück zu sein :). Und momentan verspüre ich gar kein Fernweh, sondern freue mich auf einen schönen Frühling und Sommer in Deutschland!

Und hier meine Reiseeindrücke:

Blumenpracht in Lushoto
Blick aus meinem Hotelzimmer in Lushoto
Tolle Aussicht!
Schleifen ohne Strom
Jackfruits auf dem Markt
Und so sieht eine Jackfruit von innen aus. Und schmeckt wie Kinderkaugummi
Der Markt von Lushoto

Und doch wieder Sansibar

Nun habe ich gerade wieder einen Tag in Dar verbracht.
Aber fangen wir doch von vorne an :). Nachdem wir unsere Forschungsarbeiten abgeschlossen hatten, wollten wir uns noch ein bisschen Urlaub gönnen. Die Wahl fiel auf Kilwa, wegen des Weltkulturerbes auf Kilwa Kisiwani und der Strände.
Nach einer wieder sehr anstrengenden Busfahrt ging es dann von Tanga wieder nach Dar. Der Bus hatte so gut wie kein Profil auf den Reifen und innen waren 5 statt 4 Sitze in einer Reihe. Auch war schräg hinter uns eine Henne mit Küken, gut verpackt in Pappkartons, unterwegs- ganz so, wie man sich das Reisen im ländlichen Tansania so vorstellt. In jeder Kurve oder bei jedem Speedbump hörte man dann das aufgeregte Gefiepe der gefiederten Reisegäste. Auch die Koranschule blieb uns wieder nicht erspart. Die restliche Musik hab ich zum Glück verschlafen.
Müde und leicht gereizt ereichten wir Ubungo, wo wir die Nacht im Terminal Hotel verbringen wollten, um am nächsten Morgen ausgeruhter weiterreisen zu können. Nachdem wir ins Hotel eingecheckt hatten, wollten wir ein bisschen ausruhen. Plötzlich hörte man seltsame Geräusche und Funken sprühten aus einer Ecke, es fing an zu qualmen. Und alle Putzfrauen rannten kreischend die Treppe herunter. Da bin ich natürlich gefolgt, das war alles sehr unheimlich. Der Stromkasten, oder was auch immer es war, hat schön weiter vor sich her geschmort und bald sah man den Qualm auch draußen, was die meisten Leute nicht weiter beunruhigt hat. Ich war jedenfalls ziemlich geschockt und konnte erst später realisieren, was für ein Glück wir doch gehabt haben. Sofort stand fest, dass wir in diesem Hotel ganz sicher nicht schlafen wollten. Wenn dies dort Normalfall ist, muss man sich schon fragen, wie wahrscheinlich es ist, dann mal im Schlaf zu verschmoren. Da hört der Spaß echt auf.
Nach einer Weile durften wir hoch an unser Gepäck. Die Etage stand leider unter Löschwasser und mein Rucksack mitten drin 🙁 (naja, so schlimm nass war er aber nicht). Irgendwie fragt man sich aber auch, warum die einen Elektrobrand mit Wasser löschen… Jedenfalls haben wir ohne Probleme unser Geld wiederbekommen und konnten gehen.
Kurzentschlossen wurde der Plan dann auf Sansibar abgeändert, da man dorthin auch ohne Busfahrt hinkommt und die Infrastruktur (auch kulinarisch ^^) besser ist.
Den Rest des Tages standen also organisatorische Dinge an wie Fährtickets besorgen und so weiter.
Am Sonntag war es dann so weit- auf nach Sansibar. In Stone Town nächtigten wir im Pyramid Hotel, das anscheinend wegen seiner lebensgefährlich steilen Treppen so heißt. Trotzdem von innen ganz hübsch anzusehen.
Auf dem Food Market gab es wieder lecker Zanzibari Pizza! Am nächsten Tag sind wir an die Ostküste nach Bwejuu gefahren. Der Strand dort ist echt schön, wunderbar weicher, weißer Sand. Und man kann gut schwimmen. Bei Flut gibt es auch ein bisschen Wellen. Dafür fehlt allerdings das so typisch türkisblaue Wasser, was wohl saisonbedingt sein soll.
Am Mittwoch bin ich alleine noch nach Jambiani weitergefahren. Die Jungs von Kimte kannten mich noch ^^. Es war wunderschön leer und entspannend. Leider wurde recht viel Seegras angeschwemmt, sodass der Strand zum Teil braun statt weiß ist. Aber das Wasser ist immer noch so traumhaft türkis und glasklar. Bei Ebbe kann man richtig weit rauslaufen, Tier beobachten, Seegrasfarmen bewundern oder einfach nur im badewannenwarmen Wasser sitzen. Traumhaft- ich vermisse es jetzt schon. Und abends ist alles noch ruhiger, man kann am Lagerfeuer sitzen und dem Trommeln zuhören, oder Sterne beobachten. Wo kann man sonst die Milchstraße sehen und ohne langes Warten Sternschnuppen sehen? Leckeres Essen gibt es auch noch :). Normalerweise fahre ich ja nicht gerne wieder an gleiche Orte. Aber Jambiani hat echt das Zeug zum Lieblingsurlaubsort.
Jetzt fange ich so langsam schon an zu packen. Und am Donnerstag bin ich dann schon wieder in heimischen Gefilden, weg von der tropischen Sonne. Auf zu schlechterem Wetter aber besserem Essen ;).

Hakuna umeme, hakuna intaneti

Leider hat es mit diesem Eintrag etwas länger gedauert, da unser Internetstick leider nicht sehr zuverlässig ist. Jetzt befinden wir uns in Korogwe. Ich sitze gerade in der Bar des White House Inn, unseres Hotels (übrigens das billigste, welches ich je in Tansania hatte), vor einer Flasche kühlem Kilimanjaro. So kann man es aushalten :). Die vorbeilaufenden Kinder müssen immer anhalten, um mich anzustarren. Anscheinend halten sich hier selten wazungu auf. Wir würden dies auch nicht, wären wir nicht wegen dem Forschungsprojekt hier. Denn Korogwe ist nicht gerade der Nabel der Welt. Der einzige Vorteil ist die praktische Lage direkt am Dar-Arusha Highway. Unser Aufenthalt in Lushoto war schön, vor allem wegen der grünen Vegetation und des kühleren Klimas. Nachts hätte man sogar ohne Wolldecken gefroren. Trotzdem war die Sonne stärker als anderswo. Aufgrund einiger Gesundheitsprobleme mussten wir alle Wanderungen zur Erkundung der Usambara Mountains absagen. Also keine Chämäleons. Mir ging es die meiste Zeit am besten, was mir echt ein schlechtes Gewissen bereitet. Gestern haben wir dem Distriktkrankenhaus, welches übrigens von der KfW kofinanziert wurde, einen Besuch abgestattet. Mit Medikamenten geht es den beiden hoffentlich bald besser. Ein Tag war besonders ereignisreich. Da waren wir in Bumbuli, was man wirklich als mitten in der Pampa situiert bezeichnen kann. Der Fahrer des Milchsammelzentrums in Lushoto sollte uns dorthinbringen. Nach einer kleinen Verspätung ging es los. Recht schnell waren wir in Soni, der nächstgrößeren Stadt. Da fing es dann an: Wir mussten über eine Stunde warten, bis der Pickup des Fahrers voll genug war (17 Leute insgesamt in dem Pickup bzw. auf der Ladefläche). Dieser verdient sich ein gutes Zubrot, indem er Leute für 4000 Tsh pro Kopf mitnimmt, nicht gerade ein Schnäppchen. 3.5 Stunden später erreichten wir unser Ziel, was übrigens nur 50km entfernt lag. In Bumbuli selbst lief es viel besser als bei den Interviews in Lushoto selbst, besonders aufgrund der besseren Verständigung. Danach war es schon 17 Uhr und das letzte Daladala war schon weg. Die Aussicht, in Bumbuli gestrandet zu sein, war nicht gerade verlockend. Einzige Option war ein shared taxi mit Privatauto. Die wollten allerdings 12,000 pro Kopf haben. Wir hatten überhaupt nicht mit Kosten gerechnet, da uns die Fahrt nach Bumbuli von der Bauernorganisation in Lushoto vorgeschlagen wurde, denn sonst wären wir nicht dorthin gefahren. Und unser Rafiki mit dem Pickup kam auch noch an und verlangte 8,000 Tsh. Aber trotzdem gab es ein Happy End. Der Tierarzt der Bauernorganisation zahlte uns die Fahrt nach Soni :). Von dort aus war es einfach, ein Dala zurück nach Lushoto zu bekommen. Dort kamen wir sogar noch vor Einbruch der Dunkelheit an. Heute morgen haben wir also unsere Sachen gepackt und haben uns in ein Daladala nach Tanga gequetscht. Ich meine fast, dass dies das bequemste Dala war, welches ich bisher benutzt habe ;). Nur die Musik und das ständige Anhalten waren nicht ganz so angenehm. So waren wir auch erst gegen 13 Uhr in Korogwe. Um 20 vor 10 waren wir in Lushoto aufgebrochen…. Naja, so ist halt Tansania :). Vom Busstand in Korogwe sind wir dann losgelaufen, um ein Hotel nahe des Milchsammelzentrums zu suchen. Auf der Hinfahrt war uns das White Parrot Motel direkt an der Straße aufgefallen. Leider war das viel zu teuer. Und der Vorschlag, sich zu dritt ein Doppelbett zu teilen, noch dazu mit zwei Personen über 1,80 wäre nicht so wirklich realisierbar gewesen. Zum Glück gab es nur ein kleines bisschen von der Straße weg eine andere Option. Und nun habe ich mein Einzelzimmer mit Fan und Box net für 10,000 Tsh. Und kann mich bei den immer zu kurzen Betten wenigstens diagonal legen. Bad ist auf dem Flur. Die Toilette ist tansanischer Standard, also Loch im Boden, aber mit (momentan nicht funktionierender) Spülung. Damit kann ich aber leben. Eigentlich könnte ich auch ohne Toilettenpapier leben, solange es den üblichen Eimer Wasser gibt. Schützt auch die Wälder ^^. Essen kann man auch auf Bestellung bekommen. Ich hatte Ugali mit Bohnen und Tomatensoße, zum Glück habe ich das vetragen. Eine muss ja gesund bleiben! Produktiv waren wir aber auch schon. Wir haben einen Mitarbeiter des Milchsammelzentrums getroffen. Dieser kann zu unserem Glück gut Englisch und wird bei unseren Interviews dolmetschen. Wir konnten auch gleich den ersten Bauern interviewen, ganz stilecht im Kuhmist stehend ;). Er hatte drei Kühe, eine sah ganz wie ein deutsches Fleckvieh aus. Und es gab ganz viele Hühner, Küken und einen Esel. Ich liebe Bauernhöfe und deren Geruch, zumindest den von kleinen, noch traditionellen. In Deutschland findet man dies ja nicht mehr wirklich, zumindest noch bei meinem Opa ;). Die nächsten Tage werden wir weiter Bauern interviewen und auch ein paar auf ihrer Farm besuchen.

In der Schweiz Tansanias

Seit heute sind wir in Lushoto in den Usambara Mountains. Es ist wunderschön grün hier. Trotz der höheren Lage ist es noch warm genug. Und abends kühlt es ab, sodass man besser schlafen kann. Man hört gerade auch die Grillen zirpen und Vögel singen – willkommen in der Natur :). Mich erinnert die Geräuschkulisse stark an Ecuador. Da war die Landschaft aber noch ein bisschen spektakulärer aufgrund der dichteren Bewaldung und dem immer präsenten Nebel. In der Schweiz Tansanias weiterlesen

Keine Angst vor toten Fischen

Die letzten Tage waren sehr angenehm, die ideale Mischung zwischen Arbeit und Stadtentdeckung.
Beim Projekt geht es vorwärts, immer wieder Besprechungen, mehr Input und notwendige Entscheidungen. So langsam bereite ich auch die Ankunft meiner Forschungskollegen vor, die müssen schließlich auch irgendwo unterkommen.
Gestern hab ich eine Bekanntschaft aus der Kachi sprechenden Community hier in Dar gemacht. Das ist eine Sprache, die auch in Westindien gesprochen wird. Ursprünglich war es wohl ein recht wohlhabender Teil der Gesellschaft, was seit der Verstaatlichung (siehe Ujamaa) unter Nyerere allerdings nicht mehr unbedingt der Fall ist. Alles, was in dieser Zeit verstaatlicht wurde, wurde den Besitzern nicht wieder zurückgegeben. So befinden sich die schönsten Häuser in Staatsbesitz. Leider erkennt dieser den Wert von kulturellem Erbe nicht an und so werden all die schönen Häuschen abgerissen. Es entstehen hässliche Hochhäuser ohne Seele, die überall wie Pilze in den Himmel schießen. Damit scheint sich am besten Geld verdienen zu lassen. Ich erinnere mich, dass meine damalige Miete auch nicht unbedingt ein tansanischer Preis war. Bei den Hochhäusern will ich nur lieber nicht wissen, was im Falle eines Feuers oder Erdbebens passiert.
In Kariakoo ist der Bauboom am größten, denke ich. Noch vor wenigen Jahren soll es dort kleine Lehmhäuser gegeben haben.
Während der Kolonialzeit war die Stadt in verschiedene segregierte Bereiche gegliedert. Kariakoo war das Swahili-Viertel, wo die schwarze Bevölkerung lebte. In Mchafukoge bzw. Kisutu waren die Inder und sonstige Asiaten daheim. Kivukoni war dagegen das europäische Viertel. Dort hat dann der Kaiser gewohnt, wenn er zu Besuch war. Statt dem heutigen Askari-Denkmal hatte dieser sich an gleicher Stelle selbst ein Denkmal gesetzt.
Heute sind die Mieten selbst in Kariakoo kaum erschwinglich. Dort entstehen immer mehr Hotels und Bürogebäude. Dennoch bleibt es das lebhafteste Viertel mit dem riesigen Markt. Egal was man sucht, man wird dort alles finden. Allerdings würde ich nie alleine auf den dortigen Markt gehen, das ist mir doch eine Spur zu heikel. Alleine würde ich sowieso keine akzeptablen Preise bekommen.
Mein Hotel liegt in Mchafukoge. Anfangs, bei meinem ersten Tansania-Aufenthalt, mochte ich die Gegend nicht so, da waren die ganzen ersten Eindrücke noch zu überwältigend. Jetzt find ich es hier am schönsten. Es ist lebhaft genug, aber nicht so schlimm, dass man ständig Gefahr läuft über den Haufen gefahren zu werden oder sich zu verirren. Es gibt Restaurants aller Arten, von Touristklasse bis zum kleinen Lokalbistro. Es gibt noch ein paar wunderschöne alte Häuser, Moscheen, viele Geschäfte, Internetcafes- kurzum eine bunte Mischung. Zum Menschenbeobachten ist es auch ideal, denn die Bewohner des Viertels sind ebenfalls eine bunte Mischung. Aber eines haben sie alle gemeinsam: Sie sprechen alle Swahili. Und dies sorgt vielleicht für den Zusammenhalt und die Friedlichkeit hier.
Heute war ich etwas verschwenderisch. Ich habe morgens zwei wunderschöne kanghas gekauft. Dank meiner Bekanntschaft zum Superpreis von 7000 Tsh insgesamt. Mittags habe ich nur einen Snack gegessen, wieder etwas mir vorher Unbekanntes: Kartoffel gefüllt mit Hackfleisch, dazu wird eine leicht scharfe Kokossauce gereicht. Echt lecker. Aber zum Frühstück könnte ich so was wahrlich nicht essen, zu schwer wie vieles in Tansania.
Mittlerweile habe ich mir angewöhnt, nur einmal pro Tag ein richtiges, komplettes Mahl zu essen. Das reicht bei der Hitze auch völlig. Und wenn man um 16 Uhr isst, reicht das für den Rest des Tages. Heute hatte ich wieder mal- ähem- chipsi kuku… Gestern dafür Biriyani mit Fisch. Endlich wieder den leckeren Fisch! Auch wenn ich mich wieder daran gewöhnen muss, dass dieser mich anschaut und man hier und da die Flossen beseite schieben muss. Und bei diesem Exemplar hätte man auch noch ganz nett die Anatomie der inneren Organe studieren können. Dazu bin ich aber zu wenig biologieinteressiert ;). Dazu gab es noch eine sehr leckere Tomatensoße.
Am Wochenende werde ich hoffentlich an den Strand fahren. Darauf freue ich mich schon länger :). Aber bis jetzt stehen noch nicht alle wichtigen Termine, deshalb heißt es erst einmal Abwarten.
Meine weiteren Erwerbungen waren übrigens zwei dila, woanders würde man sie wohl Kaftan nennen. Beide schön leicht und gebatikt. Abends kommen ein paar der Kariakoo-Verkäufer nach Mchafukoge und hoffen da noch auf ein abendliches Geschäft. Es gibt echt so viele wunderschöne Sachen hier. Und wenn ich hier wohnen würde, hätte ich mehr als genug Gelegenheit, die ganzen schönen Sachen zu tragen. Wahrscheinlich muss ich Tansania zu meiner Winterresidenz deklarieren ;).

Neues Hotel, neue Hitze

Seit gestern habe ich wieder eine neue temporäre Heimat!

Blick aus dem Kibodya mit Dalladalla 🙂
Blick vom Balkon im Holiday Hotel
mein neuestes Zimmer im Holiday Hotel

Das Kibodya war zwar ganz nett, aber auch nicht so billig, da es dort keine Einzelzimmer gibt. Mit Glück konnte ich dann ein Einzelzimmer im Holiday Hotel in Jamhuri Street ergattern. Dieses war allerdings nur 2×2 Meter groß. Es gibt ja schlimmeres, viel Platz brauche ich ja nicht, dachte ich.
Doch die Nacht hat mich eines Besseren belehrt. Bei über 30 Grad ist ein so kleines Zimmer ohne benutzbares Fenster und Klimaanlage echt Quälerei. Und das Moskitonetz war zu klein, sodass ich ständig im Netz festhing. Der Ventilator war auch irre laut, sodass ich Stunden gebraucht habe, um einzuschlafen.
Heute Morgen bin ich gleich verzweifelt zur Rezeption geschlichen und habe nach einem neuen Zimmer gefragt, egal was es kostet. Zum Glück ist heute jemand abgereist, sodass ich nun ein Doppelzimmer habe, das eine angenehme Größe hat. Und vor allem große Fenster und eine Balkontür. Jetzt kann ich auf dem Balkon arbeiten oder einfach so ein bisschen Luft reinlassen. Dann noch den Ventilator an und alles ist super :). Und alles nur für 2€ mehr. Es könnte nur noch eine Steckdose im Zimmer geben… Aber da ich dieses Mal sowieso kein mobiles Internet habe, macht das nicht viel. Ich gehe von nun an mit Netbook einmal kurz über die Straße ins Internetcafe. Da gibt es auch Klimaanlage :).
Nur 1 Minute entfernt ist auch das viel gelobte Chef’s Pride Restaurant. Ich finde es nicht so toll. Ist an sich eher ne Kantine. Und wenn man Pech hat, lag das Essen schon den ganzen Tag in der Auslage. Man muss auch aufpassen, dass man nicht einfach kaltes Essen bekommt, gerade bei Hähnchen könnte das Probleme geben.
Künftig werde ich da nun immer frühstücken. Heute habe ich für 1,50€ gefrühstückt: chapati, sambusa, ein Ei und chai, leider mit masiwa. Das nächste Mal muss ich den Tee unbedingt ausdrücklich ohne Milch bestellen. Chapati ist so eine Art Pfannkuchen, aber schmeckt anders, trockener und nicht wirklich süß. Irgendwie esse ich den aber gerne. Kann man auch super zu supu (Suppe) essen.
Ich finde ja die Einbürgerung von englischen Wörtern ins Swahili so süß: zum Beispiel „Kipilefti“ für Kreisverkehr (von alten englischen Straßenschildern). Oder „wiki“ für Woche, benki für Bank….
Momentan bin ich ziemlich beschäftigt mit Lesen für’s Forschungsprojekt, also mache ich endlich das, wofür ich hier bin :). Ich bin echt wahnsinnig gespannt auf die Durchführung der Studie. Da werde ich dann auch ganz andere Regionen kennenlernen und wirklich abgelegene Gebiete erreichen.

Kivukoni Sea Front

Es ist Wochenende…

…und da gefällt mir Dar am besten. Denn man kann nun einigermaßen entspannt und ohne Todesangst Straßen überqueren ;). Aber eigentlich macht mir das Straßenüberqueren zumindest bei kleineren Straßen nichts mehr aus. Bei mehrspurigen, großen Straßen sähe es anders aus oder in Kariakoo… Mehr als zwei Spuren pro Richtung habe ich hier aber noch nicht gesehen. In Cairo schon, echt heftig dort.
Heute (Samstag) kämpfe ich immer noch mit den Nachwehen eines verdorbenen Magens. Gestern fing es an. Bin den ganzen Tag im Hotel geblieben und habe nur Zwieback und Salzstangen gegessen. Die Ursache liegt sicher im vorabendlichen chips na kuku vom Al-Musawy. Die Aussicht auf Kekse zum Abendessen war nicht so überzeugend und dort hatte mir es immer so gut geschmeckt… Ich sollte mich echt was schämen: An 3 von 4 Tagen in Tansania mindestens einmal pro Tag Pommes gegessen…so viel zu guten Vorsätzen. Die Quittung habe ich ja bereits erhalten ;).
Heute hab ich mir ein Brot gekauft, das nun erst mal als langsamer Anfang reichen muss. Dafür habe ich eben im Romano’s in der JM Mall ein großes Glas Marakujasaft und einen Latte Macchiato getrunken. Ich weiß- Kaffee ist nun nicht unbedingt das beste für verdorbene Mägen. Aber ich konnte es nicht lassen: Erstens kostet er hier nur die Hälfte wie in Deutschland ;), zweitens hatte ich dadurch die Gelegenheit ein bisschen herumzusitzen und Leute zu beobachten. Im Hotelzimmer hab ich wahrlich genug Zeit verbracht und geschlafen. Auf die Dauer ist das echt langweilig. Aber in meinem Zustand ist mein Kreislauf auch nicht zu viel zu gebrauchen. Und Ashama hat das gleiche Problem wie ich, sodass Treffen eher unmöglich sind. Leider gibt es in Dar auch keine Gelegenheiten einfach ein bisschen (ungestört!) im Grünen zu sitzen, zumindest nicht außerhalb eines Restaurants. Das fehlt mir glaub ich am meisten hier. Es gibt einfach Tage, da hat man keine Lust ständig angesprochen zu werden. Und wenn man sich irgendwo hinsetzt, will man seine Ruhe haben. Aber nun gut, damit muss man hier leben und unhöflich möchte ich auch nicht sein, schließlich können die Leute ja nichts dafür. Und an den meisten Tagen find ich es ja auch total nett, dass mich viele grüßen und so interessiert sind. Und „mzungu“ hab ich bisher noch nicht gehört, nur das übliche „sister“ oder „dada“ (Swahili-Äquivalent).
Bald werde ich in ein anderes Hostel umziehen. Auf die Dauer ist mir hier das nämlich doch etwas teuer.
Das indische/arabische Viertel gefällt mir echt super. Es ist total interessant, einfach die Leute zu beobachten. Da laufen Araber in weißen Gewändern und mit Kappe rum, Inderinnen im Sari, tansanische Geschäftsleute im Anzug, Mamas in bunten khangas und ab und zu ein paar einzelne wazungu. Weibliche oft im Minirock, das find ich echt schrecklich. Ein bisschen anpassen kann man sich ja schon. Dar es Salaam ist zumindest in der Innenstadt schon recht westlich. Doch die meisten laufen so auch noch auf Sansibar rum, was nun wirklich traditionell islamisch ist. Für solche Landsleute schäme ich mich echt.
Den Rest des Abends werde ich wohl mit Lesen verbringen. Ein Hoch auf E-Books! 🙂

Samora Avenue am Sonntag- wie leergefegt

Hitzealarm!

Hallo allerseits, nun ist es wieder soweit, der Blog wird endlich weitergefuehrt!

Gestern gegen 13 Uhr bin ich in Dar gelandet, voellig fertig von der langen Anreise und wenig Schlaf. Um 14 Uhr hatte ich dann die Visums-Buerokratie hinter mir und ich konnte endlich mit dem Taxi in die Stadt fahren. Es war nicht wirklich guenstig, die offiziellen Flughafentaxifahrer scheinen nun wohl auch an ne offizielle Preisliste gebunden zu sein. Naja, was soll’s dachte ich mir, ich wollte einfach nur in ein Hotel.

Urspruenglich wollte ich in einem Billighotel (6 Euro/Nacht) in Sofia Kawawa Street absteigen, da ich in der selben Strasse schon gewohnt hatte. Aber nach einem Blick in das Zimmer, wo mich der Modergeruch schon erschlagen hat, habe ich beschlossen doch noch ein bisschen mehr Geld auszugeben. Nun bin ich im Kibodya in Nkrumah Street, immer noch ganz in der Naehe von Sofia Kawawa und ueber der Barclays Bank.

Das Zimmer ist schoen gross, sauber, mueckenfrei und hat ein eigenes (westliches) Bad. Heute morgen habe ich mich sogar ueberwunden die  Selbstmorddusche zu benutzen (Elektroduschkopf). Und ich lebe noch! Gestern gab es den ganzen Tag keinen Strom. Irgendwie hatte ich gehofft, dass die dieses Problem in den Griff bekommen. Doch es ist immer noch wie im November. Ohne Ventilator oder Klimaanlage schlaeft es sich natuerlich nicht ganz so gut, aber man muss sich ja dran gewoehnen. Auf dem Land wird es unterwegs sicher nicht diesen Komfort geben.

Abends waren dann noch Ashama und Nyaso zu Besuch und wir haben ein bisschen im Dunkeln gequatscht. Um 20 Uhr war dann aber Schluss und ich bin schlafen gegangen. Heute morgen habe ich mich nicht wirklich ausgeruht gefuehlt. Akuter Mangel an Schilling hat mich aber dann doch dazu bewegt aufzustehen. Natuerlich ging der Geldautomat wieder mal nicht, Virusmeldung. Wie gut, dass die Bank auch Geld tauscht, denn Dollars hatte ich noch dabei.

Mal sehen, was der Tag noch so bringt. Das Wetter ist irgendwie doch ein bisschen zu unangenehm. Schrecklich schwuel, wolkenverhangen, man sieht keine Sonne. Man merkt, dass bald die Regenzeit ansteht. Sonst ist alles, wie ich es in Erinnerung hatte. Schon seltsam, wenn man hier wie selbstverstaendlich rumlaufen kann, weil man sich schon auskennt ;).

Kwa heri Tansania

Endlich komme ich mal wieder zum Schreiben! Mittlerweile ist es kurz vor 3 Uhr nachts und ich sitze in meinem Hotelzimmer in Kairo, mitten im Herzen von Islamic Cairo. Ich weiß auch nicht, wie es auf einmal so spät sein konnte, beim Teetrinken irgendwie die Zeit vergessen :). Und die Leute hier haben alle viel Zeit. Auf den Straßen ist auch zu dieser Zeit immer noch viel los, man sieht Menschen allen Alters – auch Kinder – herumlaufen, oder -sitzen, beim Teetrinken, Shisharauchen und Kartenspielen. Aber fange ich doch am besten vorne an. Kwa heri Tansania weiterlesen

Der Abschied rückt näher

Nun habe ich nur noch 3 Tage in Tansania übrig, bevor ich über die Zwischenstation Cairo heimkomme. An dieser Stelle möchte ich schon einmal allen Lesern danken und wünsche euch allen eine schoene Vorweihnachtszeit! Das Wetter in Deutschland wird ein riesiger Schock werden, auch weil ich gar keine Winterkleidung bei mir habe und dann erst einmal frieren muss. Bevor ich abgereist bin, habe ich alle Wintersachen auch schön verpackt, weil ich ja ursprünglich 6 Monate bleiben wollte und sie dann nicht gebraucht hätte. Der Abschied rückt näher weiterlesen

Frischfleisch in Moshi…

… zumindest zeitweise komme ich mir so vor. Denn gerade ist Nebensaison und daher sind nur wenige mzungus in der Stadt – natürlich muss man sich dann um so mehr auf die wenigen verbleibenden stürzen.

Heute ist mein dritter Tag in Moshi. Mein Hotelzimmer hat übrigens Kilimanjaroblick! Bis auf gestern konnte ich ihn immer sehen. Die Busfahrt von Dar hat ca. 7 Stunden gedauert und war mehr als anstrengend. Der Taxifahrer, der mich zum Hotel bringen sollte, war  ziemlich dreist – zumindest schätze ich das aus bisherigen Erfahrungen so ein. Wollte natürlich einen hohen Preis haben, den ich aber runtergehandelt habe. Allerdings wollte er dann nicht verstehen, wo ich hinwollte, obwohl ich es ihm auf der Karte gezeigt habe und zig mal den Strassennamen eingetrichtert habe. So ist er dann sinnlos durch die Gegend gekurvt und wollte dann mit dieser Begründung den ursprünglichen Preis haben. Wie gut, dass ich Kleingeld dabei hatte – Pech gehabt, my friend ;). Frischfleisch in Moshi… weiterlesen

Nur noch ein Monat

Kaum zu glauben, aber wahr: meine letzte Arbeitswoche bricht nun an. Wenn ich sowieso schon früher abreise, dann machen ein paar Wochen früher nun auch nichts mehr, dachte ich mir ;). Ausserdem kann ich so wenigstens noch ein bisschen ausspannen und was vom Land sehen. Zuerst soll es nach Sansibar gehen, dann noch nach Moshi, den Kilimanjaro anschauen, und wenn dann noch Zeit und Geld da ist nach Tanga und Morogoro. Nur noch ein Monat weiterlesen

Geschichtsstunde in Bagamoyo

Gestern Morgen bin ich trotz anhaltender Müdigkeit mit dem Daladala nach Kigogo Luhanga gefahren, um dort ein paar Leute zu treffen und dann gemeinsam nach Bagamoyo zu fahren, ca. 70km nördlich von Dar. Schon auf der Hinfahrt gab es – wie nicht anders erwartet 😉 – die ersten Hindernisse: Erst ist ein Reifen geplatzt, der dann gewechselt werden musste, nur wenig später blieb das Auto dann aufgrund von Treibstoffmangel stehen… Um 14 Uhr waren wir dann endlich dort (das Haus hatte ich gegen 8:30 verlassen…). Zuerst haben wir zu Mittag gegessen, lecker Pilau. Geschichtsstunde in Bagamoyo weiterlesen

Und wieder mal ist ein Wochenende vorbei

Aufgrund der kurzfristigen Planänderung habe ich auch nur noch 5 Wochenenden vor mir. Die Hälfte der Zeit habe ich somit geschafft. Es ist seltsam zu wissen, doch schon so bald wieder deutschen Boden unter den Füßen zu haben. Aber ich kann nicht leugnen, dass ich mich darauf freue und vor allem auch Weihnachten daheim zu verbringen. Die letzte Woche war sehr schön. Ich hatte ja Besuch aus Kenia. Leider hatte ich nicht wirklich viel Zeit dank Arbeit. Aber abends haben wir viele Filme geschaut, Bier getrunken, Restaurants getestet… Und wieder mal ist ein Wochenende vorbei weiterlesen

Besuch!

Mein letzter Eintrag ist ja schon eine Weile her. Leider gab es in der letzten Zeit eher unerfreuliche Erlebnisse, die mich vom Schreiben abgehalten haben. Vor genau einer Woche bin ich mit Fieber, Kopf- und Gliederschmerzen sowie Übelkeit aufgewacht und mein erster Gedanke war natürlich: Malaria! Besuch! weiterlesen

Tansanische Hochzeitskultur

Am Wochenende habe ich mich auch frisurentechnisch etwas angepasst und mir Rastas flechten lassen. Hätte ich geahnt wie schmerzhaft das sein würde, hätte ich wohl darauf verzichtet. Aber nun bin ich wieder um eine Erfahrung reicher. Heute nach der Arbeit habe ich die vier Packungen Kunsthaar endlich entfernt. Bei der Hitze war das ziemlich unangenehm und endlich kann ich wieder normal schlafen. Ich könnte mir echt nicht vorstellen, immer mit solchen Haaren zu leben. Mit einer solchen Frisur sind einem als Mzungu aber Komplimente von allen Seiten, egal ob Mann oder Frau, sicher, überall hieß es „unapendeza“. Tansanische Hochzeitskultur weiterlesen

Umzug Nummer 2

Mittlerweile kann ich wieder den Luxus fließenden Wassers in Anspruch nehmen. Denn es hat geklappt, ich habe ein Zimmer in einer 3er WG im Stadtzentrum gefunden! (Mit mir wohnen dann noch eine Französin und ein Deutscher dort.) Leider ist einer der Vormieter noch nicht ausgezogen, sodass ich momentan im Wohnzimmer schlafe. Ab morgen bekomme ich aber das größte Zimmer mit eigenem Badezimmer. Eigentlich brauche ich das ja nicht… Aber da ich als Letzte eingezogen bin, habe ich keine Wahl gehabt. Umzug Nummer 2 weiterlesen

Laue Sommernächte sind toll :)

Ich weiß, in Deutschland ist es gerade eher kühl, trotzdem muss ich mal hervorheben, wie toll es ist, laue Sommernächte zu haben. Es ist nicht zu heiß zum Schlafen, man kann lange draußen sitzen, Urlaubsstimmung pur :). Tagsüber ist es mir schon oft zu heiß. Aber ans Schwitzen gewöhnt man sich wie an vieles. Gerade habe ich sogar ein Gratiskonzert von der Bar gegenüber. Laue Sommernächte sind toll 🙂 weiterlesen

Transportwesen in Tansania, die Zweite

Am Freitag habe ich meinen Vorsatz mit dem Motorradfahren gleich über Bord geworfen… Ich wollte meine Kollegin mit in die Community Tandika begleiten. Da wir spät dran waren, mussten wir mit dem bodaboda fahren. Ich dachte ich sterbe, saß ja auch noch nie auf einem Motorrad. Und dann gleich ohne Helm und Schutzkleidung mitten durch den Stau. Auf der einen Seite Autos, auf der anderen große LKWs, da hieß es Knie einziehen. Ich bin froh, dass ich das überlebt habe und werde dieses Transportmittel so schnell nicht wieder wählen… Meine Erlebnisse in Ecuador sind nichts gegen diese hier ;). Transportwesen in Tansania, die Zweite weiterlesen

Eine Heimfahrt die ist lustig…

Tja, eigentlich dachten wir, dass wir den Stau heute umgehen könnten, da wir früher von der Arbeit losgegangen sind, noch im Hellen. Trotzdem waren wir wieder mitten drin im täglichen Wahnsinn. Zum Glück haben wir noch einen Platz im Dala bekommen, ganz vorne beim Fahrer. Schon lustig, die Fahrt mal aus dieser Perspektive zu erleben. Die Dalas sind meist ausrangierte Toyotas und kurz vorm Durchrosten. Oft kann man den Boden sehen. Eine Heimfahrt die ist lustig… weiterlesen

Die Zeit vergeht…

… und nun habe ich schon das zweite Wochenende in Tansania hinter mich gebracht. Im Gegensatz zum letzten war es jedoch eher anstrengend.

Freitag war ein ziemlich interessanter Arbeitstag, der daraus bestand mit dem Auto durch die Gegend zu fahren und die Treffpunkte der Kreditnehmer anzuschauen. So habe ich einen guten Eindruck davon bekommen, wie unterschiedlich die Vororte von Dar es Salaam doch sind. Aber überall wimmelt es vor Leuten, die alle irgendwas verkaufen. Besonders das Gemüse wird liebevoll in Pyramiden gestapelt. Orangen bekommt man fertig geschält. Natürlich gibt es auch exotische Snacks wie z.B. Zuckerrohrstückchen. Die Metzgereien und Fischverkäufer finde ich aber ganz schön eklig. Bei der Hitze kann das doch gar nicht mehr gut und gesund sein, Kühlung ist Fehlanzeige. Die Zeit vergeht… weiterlesen

Ländliche Idylle und die tägliche Qual zur Arbeit zu kommen

Vor zwei Tagen bin ich nach Tabata Kimanga zu einer Arbeitskollegin gezogen. Raus aus dem Innenstadthotel in die Provinz. Tabata ist ganz nett, recht klein und im Gegensatz zur Innenstadt ist es schön ruhig. Ich hab sogar zum ersten Mal die Sterne gesehen! Das Häuschen besteht aus nur zwei Zimmern und hat lokalen Standard, also „squat toilet“ und Eimerdusche. Man gewöhnt sich schon dran, aber ne richtige Dusche hätte ich schon gerne wieder. Sonst muss ich mir die Haare abschneiden, damit das Waschen nicht so lange dauert ;). Und ein eigenes Zimmer habe ich auch nicht, teile sogar das Bett mit meiner Mitbewohnerin. Auf dem Grundstück ist noch ein weiteres Haus einer Familie, die auch Hühner und anderes Geflügel haben. Der Hahn kräht bevorzugt unter dem Fenster auf meiner Seite, jedenfalls hört sich das so an. Ländliche Idylle und die tägliche Qual zur Arbeit zu kommen weiterlesen

Pole pole…

… genau so habe ich den Tag angehen lassen. Gemütlich gefrühstückt und dann überlegt, was ich unternehmen könnte. Letztendlich bin ich mit dem Taxi zum National Museum gefahren. Eigentlich hätte ich auch laufen können, gerade wo heute nicht so schlimm viel los ist. Aber bei der Hitze war mir das zu anstrengend. Taxi ist auch nicht so schlimm teuer. Mal sehen, ob ich es schaffe bis zum Ende meines Aufenthaltes weniger als den Touristenpreis zu bekommen.

Das Museum ist recht klein, aber ganz interessant. Und es deckt eigentlich alles von Geschichte bis zu Tierleben ab. Ganz interessant waren die Relikte aus der Kolonialzeit (zum Beispiel Rupien der Deutsch-Ostafrikanischen Bank) und die ethnologische Sammlung. Bei den Tieren war es eher eklig, eingelegte Hummer und Krabben sind nicht ganz so mein Ding… Pole pole… weiterlesen

Dar es Salaam by night

Leider habe ich noch immer keine richtige Wohnung und bleibe vorerst noch im Hotel. Aber endlich habe ich ein Handy mit einheimischer Nummer, sodass ich nun erreichbar bin.

Gestern begannen die Feierlichkeiten zum Ende von Ramadan. Daher waren die Straßen so schön leer, kaum jemand musste arbeiten, die Geschäfte waren zu und es gab den alltäglichen Stau nicht. So sollte es immer sein! Die Mitarbeiter meiner Organisation hatten allerdings nicht frei, da sich sonst die Arbeit zu stark ansammelt. Dar es Salaam by night weiterlesen

Staubige Straßen, Hitze und endloser Stau

Nun habe ich schon drei Tage in Dar überlebt. Wenn ich bis Ende der Woche nicht überfahren werde, dann ist das echt ein Wunder ;). Echt Wahnsinn, wie voll die Straßen hier sein können, besonders am späten Nachmittag, wenn man von der Arbeit heim will. Bis zum Jambo Inn sind es nur ca. 10 Minuten. Aber ich muss auch eine große Kreuzung überqueren. Ampeln gibt es da keine (nur 1-2 Polizisten) und als Fußgänger ist man auf gutes Augenmaß und Schnelligkeit angewiesen. Für Ältere eher nicht so ideal. Die Autofahrer halten auch nur sehr ungern an, die nehmen es lieber in Kauf jemanden anzufahren- wenn auch laut hupend. Ich muss mich echt noch daran gewöhnen, dass Linksverkehr herrscht. Manchmal ertappe ich mich dabei, dass ich zuerst in die falsche Richtung schaue *lalala*. Staubige Straßen, Hitze und endloser Stau weiterlesen

Karibu Tansania!

Nachdem ich die Flüge dank Akupressurbändern fast übelkeitsfrei überstanden hatte, stand ich ziemlich übermüdet auf dem Flughafen in Dar es Salaam. Zwar war der Flieger ab Cairo noch nicht einmal halb voll und ich hatte eine ganze Reihe (= 3 Sitze) für mich, aber die Schlafqualität ließ doch zu wünschen übrig.

In Dar musste ich dann erst mal aufs Visum warten. Trotz noch fehlender Arbeitserlaubnis alles kein Problem. Dann wurde ich pünktlich um 6 von dem Fahrer meiner Organisation abgeholt, der mich zum Büro fuhr. Da habe ich dann ein bisschen rumgesessen. Offensichtlich war noch nicht so wirklich abgesprochen, wie mit mir weiter verfahren werden soll. Ich konnte es nicht erwarten endlich ins Hotel zu kommen, um 8:30 Uhr bin ich dann endlich dort angekommen. Karibu Tansania! weiterlesen

überall und nirgendwo