Von anika
Leider hat es mit diesem Eintrag etwas länger gedauert, da unser Internetstick leider nicht sehr zuverlässig ist. Jetzt befinden wir uns in Korogwe. Ich sitze gerade in der Bar des White House Inn, unseres Hotels (übrigens das billigste, welches ich je in Tansania hatte), vor einer Flasche kühlem Kilimanjaro. So kann man es aushalten
. Die vorbeilaufenden Kinder müssen immer anhalten, um mich anzustarren. Anscheinend halten sich hier selten wazungu auf. Wir würden dies auch nicht, wären wir nicht wegen dem Forschungsprojekt hier. Denn Korogwe ist nicht gerade der Nabel der Welt. Der einzige Vorteil ist die praktische Lage direkt am Dar-Arusha Highway. Unser Aufenthalt in Lushoto war schön, vor allem wegen der grünen Vegetation und des kühleren Klimas. Nachts hätte man sogar ohne Wolldecken gefroren. Trotzdem war die Sonne stärker als anderswo. Aufgrund einiger Gesundheitsprobleme mussten wir alle Wanderungen zur Erkundung der Usambara Mountains absagen. Also keine Chämäleons. Mir ging es die meiste Zeit am besten, was mir echt ein schlechtes Gewissen bereitet. Gestern haben wir dem Distriktkrankenhaus, welches übrigens von der KfW kofinanziert wurde, einen Besuch abgestattet. Mit Medikamenten geht es den beiden hoffentlich bald besser. Ein Tag war besonders ereignisreich. Da waren wir in Bumbuli, was man wirklich als mitten in der Pampa situiert bezeichnen kann. Der Fahrer des Milchsammelzentrums in Lushoto sollte uns dorthinbringen. Nach einer kleinen Verspätung ging es los. Recht schnell waren wir in Soni, der nächstgrößeren Stadt. Da fing es dann an: Wir mussten über eine Stunde warten, bis der Pickup des Fahrers voll genug war (17 Leute insgesamt in dem Pickup bzw. auf der Ladefläche). Dieser verdient sich ein gutes Zubrot, indem er Leute für 4000 Tsh pro Kopf mitnimmt, nicht gerade ein Schnäppchen. 3.5 Stunden später erreichten wir unser Ziel, was übrigens nur 50km entfernt lag. In Bumbuli selbst lief es viel besser als bei den Interviews in Lushoto selbst, besonders aufgrund der besseren Verständigung. Danach war es schon 17 Uhr und das letzte Daladala war schon weg. Die Aussicht, in Bumbuli gestrandet zu sein, war nicht gerade verlockend. Einzige Option war ein shared taxi mit Privatauto. Die wollten allerdings 12,000 pro Kopf haben. Wir hatten überhaupt nicht mit Kosten gerechnet, da uns die Fahrt nach Bumbuli von der Bauernorganisation in Lushoto vorgeschlagen wurde, denn sonst wären wir nicht dorthin gefahren. Und unser Rafiki mit dem Pickup kam auch noch an und verlangte 8,000 Tsh. Aber trotzdem gab es ein Happy End. Der Tierarzt der Bauernorganisation zahlte uns die Fahrt nach Soni
. Von dort aus war es einfach, ein Dala zurück nach Lushoto zu bekommen. Dort kamen wir sogar noch vor Einbruch der Dunkelheit an. Heute morgen haben wir also unsere Sachen gepackt und haben uns in ein Daladala nach Tanga gequetscht. Ich meine fast, dass dies das bequemste Dala war, welches ich bisher benutzt habe
. Nur die Musik und das ständige Anhalten waren nicht ganz so angenehm. So waren wir auch erst gegen 13 Uhr in Korogwe. Um 20 vor 10 waren wir in Lushoto aufgebrochen…. Naja, so ist halt Tansania
. Vom Busstand in Korogwe sind wir dann losgelaufen, um ein Hotel nahe des Milchsammelzentrums zu suchen. Auf der Hinfahrt war uns das White Parrot Motel direkt an der Straße aufgefallen. Leider war das viel zu teuer. Und der Vorschlag, sich zu dritt ein Doppelbett zu teilen, noch dazu mit zwei Personen über 1,80 wäre nicht so wirklich realisierbar gewesen. Zum Glück gab es nur ein kleines bisschen von der Straße weg eine andere Option. Und nun habe ich mein Einzelzimmer mit Fan und Box net für 10,000 Tsh. Und kann mich bei den immer zu kurzen Betten wenigstens diagonal legen. Bad ist auf dem Flur. Die Toilette ist tansanischer Standard, also Loch im Boden, aber mit (momentan nicht funktionierender) Spülung. Damit kann ich aber leben. Eigentlich könnte ich auch ohne Toilettenpapier leben, solange es den üblichen Eimer Wasser gibt. Schützt auch die Wälder ^^. Essen kann man auch auf Bestellung bekommen. Ich hatte Ugali mit Bohnen und Tomatensoße, zum Glück habe ich das vetragen. Eine muss ja gesund bleiben! Produktiv waren wir aber auch schon. Wir haben einen Mitarbeiter des Milchsammelzentrums getroffen. Dieser kann zu unserem Glück gut Englisch und wird bei unseren Interviews dolmetschen. Wir konnten auch gleich den ersten Bauern interviewen, ganz stilecht im Kuhmist stehend
. Er hatte drei Kühe, eine sah ganz wie ein deutsches Fleckvieh aus. Und es gab ganz viele Hühner, Küken und einen Esel. Ich liebe Bauernhöfe und deren Geruch, zumindest den von kleinen, noch traditionellen. In Deutschland findet man dies ja nicht mehr wirklich, zumindest noch bei meinem Opa
. Die nächsten Tage werden wir weiter Bauern interviewen und auch ein paar auf ihrer Farm besuchen.